Eisenach/Mörfelden-Walldorf. Enttäuscht über die Haltung der Hessischen Landesregierung zum Bau einer Autobahn zwischen Kassel und Eisenach haben sich in einer heute veröffentlichten Presseerklärung die Landesverbände Hessen und Thüringen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) geäußert.
Die gestrige Erklärung des Hessischen Ministers für Wirtschaft und Verkehr, Lothar Klemm (SPD), derzufolge das Land Hessen die umstrittene Straßenverbindung zwischen Kassel und Eisenach nun als Autobahn A 44 plane, sei das Eingeständnis eines Bruchs der Koalitionsvereinbarung und "erschüttert", so Matthias Möller, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Hessen, "die Glaubwürdigkeit von SPD und Grünen beim Wähler".
Die von Politikern der SPD und der Grünen gleichermaßen vorgebrachte Entschuldigung, die alleinige Verantwortlichkeit beim Bundesfernstraßenbau läge in Bonn, solle lediglich davon ablenken, daß die Hessische Landesregierung mögliche Optionen des Widerstandes gegen eine A 44 in vorauseilendem Gehorsam aufgegeben habe.
"Ohne Not" gebe das Land Hessen mit dieser durchsichtigen Argumentation alle Möglichkeiten zur Einflußnahme aus der Hand, die es im Rahmen der Fachplanung und auch als Eigentümer von Flächen, die für den Bau der Autobahn benötigt würden, unbestreitbar habe. Damit werde bewußt auch die Möglichkeit eines Bonner Regierungswechsels im Herbst dieses Jahres und die von SPD und Grünen auf Bundesebene versprochene Wende in der Verkehrspolitik ignoriert.
Gerade aus Sicht Thüringens sei jedoch der Widerstand gegen den Bau der A 44 notwendig: "Wir fordern die rot-grüne Landesregierung in Hessen auf, unseren Widerstand gegen das ökologisch und verkehrspolitisch verhängnisvolle Projekt der A 44 nicht zu untergraben", so der Vorsitzende des BUND Thüringen, Ralf-Uwe Beck. Damit nicht die Chancen einer gesunden Regionalentwicklung gerade in Westthüringen weiter verschlechtert würden, müsse im Interesse Thüringens anstelle der milliardenschweren Fehlplanung einer Autobahn die Bahnverbindungen zwischen Hessen und Thüringen ausgebaut werden. Dazu gehörten neben den Fernverbindungen Dortmund-Kassel-Erfurt und Frankfurt-Bebra-Erfurt auch die Schienenstrecken im Raum Eisenach-Mühlhausen und Eschwege.


