Landesverband Thüringen e.V.
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Bergwiesen erhalten und das Mähen mit der Sense erlernen – Jetzt für Workcamp am Grünen Band bei Titschendorf vom 09.08. bis 13.08.2021 anmelden

16. Juli 2021 | Grünes Band

Erfurt/ Titschendorf. Vom 09.08. bis 13.08.2021 bieten BUND Thüringen und Landschaftspflegeverband Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale das jährliche Workcamp am Grünen Band bei Titschendorf an. Viele Freiwillige reisen an, um bei der Bergwiesenmahd und der Heidepflege am Grünen Band fleißig mit anzupacken und Natur und Geschichte am Grünen Band zu erleben.

Nach einer Einführung durch Sensenlehrer Mario Knoll aus Crimmitschau in die traditionelle Wiesenmahd mit der Handsense werden die Freiwilligen dann artenreiche Bergwiesen im Pfaffengrund bei Rodacherbrunn mähen. Sensen und Arbeitsgeräte werden zur Verfügung gestellt. Gern kann auch die eigene Sense zur Begutachtung mitgebracht werden. Abends wird dann an der Unterkunft in Titschendorf gedengelt.

Am Abend werden dann auch mit regionalen Zeitzeugen Geschichten ausgetauscht, denn nicht nur bei der Geschichte der Teilung zeigt sich immer wieder, dass Geschichte von jedem Menschen sehr verschieden erlebt wird.

Organisiert und durchgeführt wird das Camp vom Landschaftspflegeverband „Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale“ e.V. und dem BUND Thüringen - mit Unterstützung durch den Naturpark Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale - im Rahmen des Projektes „Quervernetzung Grünes Band“: Im Thüringer Schiefergebirge stehen hierbei artenreiche Grünlandbiotope in den Bachtälern, sowie Zwergstrauchheiden im Fokus. Diese früher in den Mittelsgebirgslagen häufigen Biotope bieten einer Vielzahl an Tieren und Pflanzen wie der Arnika, dem Keulenbärlapp oder auch dem Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling einen Lebensraum. Der ehrenamtliche Einsatz trägt zum Erhalt dieser Vielfalt auf Flächen bei, die für landwirtschaftliche Nutzer schwer bewirtschaftbar sind. Gleichzeitig wächst mit dem Einsatz in der Natur auch das Wissen über und das Verständnis für die Artenvielfalt am Grünen Band.

Treffpunkt für Tagesgäste jeweils 8:45 Uhr am alten Imbiss „Mareile“, Rodacherbrunn
(Voraussetzung bestätigter negativer Coronaschnelltest nicht älter als 24 Stunden)
Übernachtungsgäste benötigen das Zertifikat des vollständigen Impfschutzes/der Genesung


Kontakt und Anmeldung:
Wiebke Preußer, Landschaftspflegeverband „Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale“ e.V.,
info(at)lpv-schiefergebirge.de, 03647 419101, Karin Kowol, BUND Thüringen, karin.kowol(at)bund.net
Während des Camps Handy: Preußer 0157 – 71 524 382, Kowol 0163 – 4662061       

Hintergrund:

Das Grüne Band Deutschland
Während der deutsch-deutschen Teilung hatten entlang der innerdeutschen Grenzen zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsraum gefunden. Dies erkannten Naturschützer aus Ost und West gleichermaßen und riefen auf Initiative des BUND direkt nach dem Mauerfall, im Dezember 1989, das ‚Grüne Band Deutschland‘ aus. Seitdem arbeitet der BUND zusammen mit vielen Ehrenamtlichen und Akteuren vor Ort sowie mit Unterstützung u.a. des Bundesamtes für Naturschutz an Erhaltung und umfassendem Schutz des mit 1.400 Kilometern längsten Biotopverbundes Deutschlands.

Das Projekt „Quervernetzung Grünes Band“
Das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderte Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ (Oktober 2019 bis September 2025) hat das Ziel, das Grüne Band an landes-, bundes- oder sogar europaweit bedeutsame Biotopverbundachsen anzubinden und so seine Funktion als Rückgrat des Biotopverbunds zu stärken. Überregional vernetzte Biotopverbundachsen werden in Zukunft eine immer größere Bedeutung für den Schutz der biologischen Vielfalt und die Erhaltung von Ökosystemleistungen haben. Hierzu müssen für die Verbundfunktion wichtige Gebiete naturschutzfachlich aufgewertet und entwickelt werden. Dadurch vergrößert sich der ökologische Verbund, Tiere und Pflanzen können sich wieder ausbreiten und weitere Arten ein Refugium finden. Dazu wird der BUND bundesweit in fünf sogenannten Vernetzungsgebieten, ausgehend vom Grünen Band, Achsen und Korridore schaffen und langfristig erhalten:
https://www.bund.net/gruenes-band/quervernetzung/

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) koordiniert und umgesetzt. https://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/bundesprogramm.html

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