Bewegung im Rechtsstreit um geplantes Pumpspeicherwerk Goldisthal

12. März 1997 | Energiewende, Ressourcen & Technik, Naturschutz

BUND Thüringen und VEAG schließen Vergleich - Naturschutz-Stiftung für neue Bundesländer geplant

Im Rechtsstreit um das geplante Pumpspeicherwerk Goldisthal haben sich die VEAG Vereinigte Energiewerke AG, Berlin und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen (BUND) auf einen Vergleich geeinigt. Danach wird die VEAG dem BUND sieben Millionen Mark für eine vom BUND verwaltete Stiftung bereitstellen. Im Gegenzug wird der BUND seine Verwaltungsklage zurückziehen.

"Die Stiftung soll Projekte für Naturschutz, erneuerbare Energien und Energieeinsparung in den neuen Bundesländern fördern", sagte der Landesvorsitzende des BUND Thüringen, Ralf-Uwe Beck. "Die Anliegen des BUND, die in der Klage gegen das Pumpspeicherwerk ausgedrückt sind, finden sich also in dem Stiftungszweck wieder." Nach Ansicht des BUND seien damit die Bedenken gegen das Projekt keineswegs ausgeräumt. Er stehe zu seiner grundsätzlichen Haltung.

"Der BUND hat aber alle Risiken eines langwierigen und für beide Seiten juristisch unsicheren Gerichtsprozesses gegen die Vorteile eines langfristigen und effektiven Stiftungs-Projektes abgewogen. Ein Prozeß hätte uns viel Kraft und Geld gekostet", erklärte Beck weiter: "Unser Ziel war es, in den Vergleichsverhandlungen das Maximale für Natur und Umwelt zu erreichen." Die Stiftung könne jetzt Jahr für Jahr neuen Zukunftsprojekten auf die Beine helfen und damit langfristig die Arbeit für Natur und Umwelt unterstützen. "Die Pflanzung von Alleen ist über die Stiftung genauso vorstellbar, wie die Einrichtung einer Energiespar-Schule", sagte Beck.

Der BUND Thüringen müsse seine Arbeit auf einige Schwerpunkte konzentrieren, da seine Kapazität begrenzt sei. Unter der aufwendigen Auseinandersetzung um das geplante Pumpspeicherwerk hätten andere Aufgaben gelitten. "Jetzt können wir uns voll auf den Widerstand gegen die Talsperre Leibis und die Autobahnen durch den Thüringer Wald konzentrieren", kündigte der Landesvorsitzende Beck an. 

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