Buchenwälder nicht für Zement opfern: BUND Thüringen spricht sich gegen die Erweiterung des Kalksteintagebaus Deuna aus

26. August 2025 | BUND, Lebensräume, Naturschutz, Ressourcen & Technik, Wälder

Anlässlich der geplanten Erweiterung des Kalksteintagebaus Deuna der Firma Dyckerhoff GmbH spricht sich der BUND Thüringen abermals gegen das Vorhaben aus. Dazu reichte der Umwelt- und Naturschutzverband im August seine Stellungnahme zum Planfeststellungverfahren beim Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) ein.

Die geplante Erweiterung umfasst einen zeitlich gestaffelten Abbau von Kalkstein über weitere 60 Jahre bis zum Jahr 2085 und damit verbunden die Rodung von rund 83 Hektar naturnahem Buchenwald am Rande des FFH-Gebiets „NSG Keulaer Wald“. Das Unternehmen gibt an, zur Reduzierung von Lärm- und Staubemission auf die umliegenden Siedlungen sowie auch zum Erhalt des Wald-Biotopverbunds Dün – Keulaer Wald – Hainleite einen circa 120 Meter breiten Gehölzstreifen zwischen Tagebaukante und Offenland zu erhalten.

Der BUND lehnt das Vorhaben des Unternehmens Dyckerhoff GmbH in der beantragten Form entschieden ab.

„Die Zerstörung wertvoller Wälder für einen weiteren Ausbau der ressourcen- und emissionsintensiven Zementproduktion ist für den Natur- und Klimaschutz in Thüringen ein Desaster“, erklärt Eli Sondermann, Vorsitzende des BUND-Kreisverbands Eichsfeld und Vorstandsmitglied des BUND Thüringen. „Statt auf Wachstum um jeden Preis zu setzen, braucht es echte Alternativen wie Recycling-Baustoffe und eine konsequente Reduzierung des Flächenverbrauchs.“

Ein wesentlicher Kritikpunkt des Umweltverbands betrifft die Umwelt- und Klimabelastung durch die Zementproduktion. Das Zementwerk Deuna ist mit rund einer Million Tonnen CO₂-Ausstoß bereits der größte Emittent Thüringens. Die Pläne des Unternehmens zur CO₂-Abscheidung und -Verpressung (CCS-Verfahren) im Meeresboden verschieben die mit der Zementproduktion verbundenen Lasten und Kosten lediglich an andere Orte und bergen unkalkulierbare Risiken für Natur und Umwelt.

Weiterhin kritisiert der BUND Thüringen die beantragte unverhältnismäßig lange Laufzeit und fordert stattdessen die Überprüfung und Bewertung des Zementbedarfs zu angemessener Zeit, um den Waldverlust zu reduzieren und den Biotopverbund zu erhalten.

Auch aus artenschutzrechtlicher Sicht ist das Vorhaben höchst bedenklich: Der vorgesehene 120 Meter breite Waldrandstreifen wird aus Sicht des BUND mittelfristig nicht zu erhalten sein. Sonnenbrand, Austrocknung und Immissionen wirken von beiden Seiten auf die verbliebenen Gehölze ein und lassen diese absterben. Damit ist der überregional bedeutsamen Waldkorridor „Dün – Keulaer Wald – Hainleite“, der für viele Arten, wie beispielsweise Wildkatze, Luchs und verschiedene Fledermausarten von zentraler Bedeutung ist, unterbrochen. Damit fällt auch der Schutz der Menschen im Ortsteil Zaunröden weg.

„Eine nur auf Wachstum orientierte Industriepolitik ist nicht mit dem Nachhaltigkeitsgrundsatz vereinbar. Aus Sicht des BUND braucht es zukunftsfähige und nachhaltige Technologien, die auf Recycling und neuartige Materialen setzen und sowohl ökologische, soziale als auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen“, schließt Eli Sondermann.

Pressekontakt:
Anne Werner | Kerstin Neumann, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 361 5550314; Mobil: 0176 13338564 oder 0176 13338510, presse(at)bund.net

 

 

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