Der Bund für Umwelt und Naturschutz, Landesverband Thüringen e.V. begrüßt den Anschluss des Freistaates an das bundesweite ICE-Netz zum Wochenende. In Jena, Weimar, Erfurt, Saalfeld und Eisenach halten von Sonntag an die modernsten ICE-Züge, welche die Bahn gegenwärtig zu bieten hat. Dadurch verkürzen sich die Fahrzeiten erheblich. Von Jena nach München fährt man 25 Minuten schneller, von Erfurt nach Dresden sogar 30 Minuten.
„Das zeigt deutlich, welche Reserven es in den bestehenden Strecken gibt“, führt Adrian Johst, bahnpolitischer Sprecher des BUND Thüringen aus. Der Umweltverband fühle sich in seinen Forderungen nach der zügigen Sanierung bestehender Bahnstrecken bestärkt „Das ist billiger, geht schneller und außerdem hat eine ganze Region etwas davon. Denn eines ist klar: Wenn der ICE eines Tages doch noch durch den Thüringen Wald rast, werden die ICE-Halte in Jena, Weimar und Saalfeld ersatzlos gestrichen“ so der Bahnexperte Johst weiter.
Der Thüringer Landesregierung, die noch vor wenigen Wochen den Teufel an die Wand malte und von einer „Abkopplung einer ganzen Region“ sprach, wirft Johst Panikmache vor. Er fordert die Landesregierung erneut auf, sich endlich von dem Phantom einer Express-U-Bahn durch den Thüringer Wald zu verabschieden. Stattdessen sei eine Politik für vernünftige Bahnverbindungen im Land angesagt.
„Es ist ein Skandal, dass die Bahn mehr Züge zwischen Weimar, Jena und Gera einsetzen möchte – das Land aber nicht Willens ist, hier einen vernünftigen Bahnverkehr zu bestellen“, erklärt Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. In seiner Bahnpolitik interessiere sich das Land scheinbar nur für ein paar Geschäftsreisende, die schnell von Erfurt nach München reisen wollen. Die Tausenden Berufspendler entlang der Städtekette scheinen der Landesregierung egal zu sein.


