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Landesverband Thüringen e.V.

BUND fordert Raumordnungsverfahren für Gipsabbau in der Rüdigsdorfer Schweiz

04. April 2002 | Naturschutz, Ressourcen & Technik

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert ein Raumordnungsverfahren zum Gipsabbau in der Rüdigsdorfer Schweiz im Landkreis Nordhausen. Bei einer ersten Anhörung am Mittwoch vor dem Oberbergamt in Erfurt übte der BUND massive Kritik am Vorhaben der Südharzer Gipswerke zur Ausdehnung des Gipsabbaus im Südharzer Zechsteingürtel.

„Wir sind doch nicht in einer Bananenrepublik, in der private Absprachen zwischen Regierungsvertretern und Wirtschaft demokratisch legitimierte Verfahrenswege aushebeln“, erklärte der Landesgeschäftsführer des BUND, Dr. Burkhard Vogel zum sog. Gipskompromiss, auf den sich die Südharzer Gipswerke mit ihrem Abbauvorhaben berufen.. „Auch Staatssekretäre und Minister haben nicht das Recht, Unternehmen Zusagen für Vorhaben zu machen, ohne dass die gesetzlich geregelten Zulassungsverfahren überhaupt eingeleitet worden sind.“

Der BUND wies noch einmal darauf hin, dass die Südharzer Gipskarstlandschaft ein weltweit einmaliges Naturjuwel sei. Durch den großflächig anstehenden Gips habe sich ein vielgestaltiges Relief mit unterschiedlichsten Standortbedingungen ausgebildet. Dadurch beherberge die Landschaft eine einmalige Artenvielfalt auf engstem Raum. Das Gebiet der Rüdigsdorfer Schweiz mit dem Winkelberg repräsentiere in besonderer Weise die für den Südharz typischen Lebensraumbedingungen. Durch den Gipsabbau würden diese Lebensräume vollständig und unwiederbringlich zerstört werden.

Deshalb sei auch im Regionalen Raumordnungsplan Nordthüringen (RROP) das Gebiet am Winkelberg als sog. „Weiße Fläche“ von Funktionszuweisungen freigehalten worden. Für den Fall, dass die Gipsindustrie hier den Abbau beantrage, werde im RROP ausdrücklich die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens verlangt.

Der BUND Thüringen betonte, dass auch aus wirtschaftlicher Sicht die Ausdehnung des Gipsabbaus im Interesse einzelner Wirtschaftskonzerne auf Kosten einer nachhaltigen Entwicklung in der Region gehe. „Schon jetzt schafft der sanfte Tourismus in der Region mehr Arbeitsplätze als alle Gipsunternehmen gemeinsam. Eine Ausdehnung des Gipsabbaus würde der Tourismusentwicklung schaden und in wenigen Jahren eine devastierte und unansehnliche Landschaft hinterlassen“, warnte der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Die Landesregierung forderte der BUND Thüringen dazu auf, den Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft, der Kommunen und der Bürger in der Region nicht zu ignorieren. „Die Landesregierung muss den Bürgern die Gelegenheit geben, in einem demokratischen Entscheidungsprozess über das Schicksal ihrer Region mitzubestimmen. Deshalb fordern wir von Herrn Minister Gnauck die Einleitung eines Raumordnungsverfahrens für den Gipsabbau am Winkelberg!“ betonte Vogel. 

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