BUND fordert Zustimmung zum Dosenpfand

22. Juni 2001 | Nachhaltigkeit, Ressourcen & Technik

Landesregierung ohne glaubwürdige Alternative

Erfurt. Der BUND fordert die Landesregierung des Freistaates Thüringen auf, in der heutigen Sitzung des Bundesrates die Blockadehaltung gegen ein Dosenpfand aufzugeben. Die vom Freistaat unterstütze Alternative zum Dosenpfand ist nach Ansicht des BUND untauglich, um die Dosenflut einzudämmen.

„Seit 1997 wird die gesetzliche Mehrwegquote unterschritten. Damit ist die Gnadenfrist für Industrie und Handel endgültig abgelaufen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Nach Angaben von Vogel haben Industrie und Handel nichts unternommen, um den Anstieg von Einwegverpackungen für Getränke zu verhindern: „Von der Festlegung der Mehrwegquote 1991 bis zum Jahr 2000 hat sich Anteil der Bier-Dose verdoppelt. Karlsberg hat als erste Brauerei im letzten Jahr sogar damit begonnen, Bier in Plaste-Flaschen zu verkaufen.“
„Die Industrie hat sich nicht um die Mehrwegquote geschert und wird sich auch nicht von einer Mindestabfüllmenge beeindrucken lassen, wie sie Thüringen und andere Bundesländer vorschlagen“, erklärte Vogel weiter. „Die Landesregierung bedient mit ihrer ablehnenden Haltung einseitig die Interessen der Einweglobby. Auf der Strecke bleiben der Umweltschutz und die mittelständischen Getränkeunternehmen, welche vom Mehrwegsystem abhängen“.

Vogel forderte alle im Bundesrat abstimmende Politiker auf, ökologisch vorteilhafte Mehrwegverpackungen zu fördern und das Wachstum des Dosenmülls durch ein Dosenpfand zu stoppen. 

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