Eisenach. Seit Beginn des Wintersemesters 95/96 widmen sich der BUND Thüringen sowie das Studentenwerk (STW) und Studentenvertreter der Hochschulen Jena, Erfurt, Schmalkalden, Ilmenau und Weimar im Rahmen des Öko-Hochschul-Projektes der Aufklärungsarbeit an Hochschulen. Die Themen Öko-Mensa, Abfallvermeidung, Energie-und Wassereinsparung, Nutzung regenerativer Energieträger und Rohstoffeinsparung stehen im Mittelpunkt dieses Projektes.
,,Mit 2,2 Millionen verkauften Essen aus dem 'düngungsintensiven' Landbau leisteten die Studentenwerke 1994 ihren Beitrag zum Waldsterben, zur Trinkwasserbelastung mit Pestiziden und Nitraten, zur Überdüngung der Böden und zum Artensterben", so Thomas Knauer vom BUND Thüringen. Doch gerade der Bereich Mensa erfordere eine umweltverträglichere Wirtschaftsweise als dies bisher der Fall war. "Obwohl das Deutsche Studentenwerk (DSW) diese Umweltproblematik erkannte und dem Öko-Landbau große Bedeutung beimißt, führte dies an Thüringens Studentenwerken bis zum Oktober '95 nicht zum vermehrten Einsatz von landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus kontrolliert biologischem Anbau. Doch gerade dieser stellt im Gegensatz zum konventionellen Landbau die einzig sinnvolle und umweltschonende Alternative dar", so Knauer weiter.
Umfragen in Jena und Berlin hätten ergeben, daß die Mehrzahl der Mensagäste Produkte aus dem Ökologischen Landbau vorziehe und auch bereit sei, pro Essen 50 Pfennig mehr zu bezahlen. Das STW Jena nutzte das Befragungsergebnis, um künftig mittwochs ein "Öko-Komplett-Menü" anzubieten. Der BUND setzt dabei auf die Vorbildwirkung der Jenaer auf die anderen Thüringer Studentenwerke. Auch an anderen deutschen Hochschulstandorten seien Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau bereits üblich. So werde beim STW Oldenburg inzwischen ein Anteil Ökoprodukte von rund 30 Prozent des Gesamteinsatzes erreicht.
Neben dem Leitthema Mensa werden im Öko-Hochschul-Projekt des BUND mit der dosenfreien Hochschule, dem Semesterticket für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Vorlesungsbeiträgen zur Umweltethik, Gastvorträgen, Informationsveranstaltungen und Fotoausstellungen zu Landschaftsveränderungen weitere wichtige Themen behandelt.


