BUND-Kritik zur Talsperre Leibis: Landesregierung legt versprochenes Finanzierungskonzept nicht vor

01. Februar 1996 | Flüsse & Gewässer, Ressourcen & Technik, Naturschutz

Eisenach. „Die Thüringer Regierung hat der Öffentlichkeit bisher kein Finanzierungskonzept für die Talsperre Leibis vorgelegt“, kritisiert Michael Spielmann, Landesgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Thüringen, in einer heute veröffentlichten Presseerklärung.

Im November letzten Jahres war nach Querelen in der Regierungskoalition, vor allem in Bezug auf eine eventuelle Privatfinanzierung der Talsperre, der 1. Februar als spätester Termin für die Vorlage eines Finanzierungskonzeptes zwischen CDU und SPD vereinbart worden. Ein entsprechendes Konzept sei aber entweder überhaupt nicht erarbeitet worden, oder es werde vor der Öffentlichkeit geheimgehalten.

Der BUND Thüringen verlangt umgehend eine öffentliche Diskussion des Konzepts. „Die Geheimniskrämerei ist ein weiterer Beleg dafür, daß die überdimensionierte Talsperre eigentlich nicht finanzierbar ist“, so Spielmann weiter. Selbst die im letzten Jahr tätigen Sachverständigen, die der Landesregierung zum Bau der Talsperre Leibis geraten hatten, hätten bestätigt, daß nach der Vollendung der Talsperre auf den Freistaat und die Talsperrenverwaltung jährliche Kosten von 67,8 Millionen Mark allein für die Talsperre Leibis zukämen. Die jährlichen Ausgaben der Talsperrenverwaltung für die Thüringer Trinkwassertalsperren würden sich durch den Bau der Talsperre Leibis von 34,5 Millionen auf 102,3 Millionen praktisch verdreifachen und müßten durch entsprechende Einnahmen gedeckt werden. Bei Umlegung aller Kosten auf das Rohwasserentgelt würde bei gleichem Fernwasserabsatz wie 1994, rund 50 Millionen Kubikmeter, der Preis für das Rohwasserentgelt von derzeit 34 Pfennigen je Kubikmeter auf 1,63 Mark hochschnellen. 

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