BUND kritisiert Dauerbaustellen: "Bessere Abstimmung von Baumaßnahmen notwendig"

21. Juli 1994 | Energiewende, Ressourcen & Technik, Nachhaltigkeit, Mobilität

Eisenach. Eine bessere Abstimmung von Straßen- und Tiefbaumaßnahmen in den Kommunen hält der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen für dringend notwendig. Gegenwärtig sei in vielen Städten und Gemeinden Thüringens zu beobachten, daß mehrfach in zeitlich kurzen Abständen Straßen und Wege aufgerissen würden, um das Versorgungsnetz zu sanieren oder Leitungen für Wasser und Abwasser, Gas und Telefon neu zu verlegen.

"Diese Bau- und Erdarbeiten haben nicht nur eine erhebliche Belastung der Anlieger durch Staub, Lärm und Abgase und in vielen Fällen Verkehrsbehinderungen und Staus zur Folge. Das Ausheben und das An- und Abfahren der Erdmassen bedeutet auch eine ungeheure Energieverschwendung und ist deshalb auch umweltpolitisch fragwürdig", so Bauingenieur Matthias Kirsten, Vorstandsmitglied des BUND Thüringen, in einer heute veröffentlichten Presseerklärung.

Die Kommunen und Kreise seien aufgefordert, ihre planerischen und rechtlichen Möglichkeiten besser zu nutzen, um diesen offenkundigen Mißstand zu beheben. So solle eine Baugenehmigung erst nach sorgfältiger Prüfung und Koordinierung aller notwendigen Baumaßnahmen erteilt werden. Die Abstimmung von Planungen der verschiedenen Versorgungsträger, wie etwa Energieversorgungsunternehmen, Abwasserzweckverbände und der Telekom, sollte nach Ansicht des BUND durch das Bauamt oder ein Planungsbüro erfolgen. Auf diese Weise könnten bereits im Vorfeld die Termine, die betroffenen Straßen, Wohngebiete und Gewerbeflächen sowie die Finanzierung der Maßnahmen einheitlich festgelegt werden. Gleichzeitig könne das Ordnungsamt durch eine enge Fristsetzung bei der für die Baumaßnahme notwendigen Straßensperrung Einfluß darauf nehmen, daß die Arbeiten möglichst rasch abgeschlossen würden.

"Wir können uns nicht vorstellen, daß die derzeitige Praxis unkoordinierter Straßen- und Tiefbauarbeiten aus Sicht der Steuerzahler sinnvoll ist. Mit Sicherheit geht sie jedoch auf Kosten der Umwelt und der von Lärm und Schmutz betroffenen Bürgerinnen und Bürger", so der Kirsten abschließend. 

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