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Landesverband Thüringen e.V.

BUND Nordhausen übergibt Stellungnahme zusammen mit 2000 Unterschriften in Sondershausen

08. November 2018 | Naturschutz

Sondershausen. Heute, den 08.11.2018, übergibt der BUND Nordhausen seine Stellungnahme zum aktuellen Entwurf des Regionalplans Nordthüringen dem Planungsbüro Sondershausen. Seit Anfang September liegt dieser Entwurf vor. Er beinhaltet Gebietserweiterungen von insgesamt ca. 87ha für die Gipsindustrie. Zudem sind auf einer Fläche von 68ha zwei neue „Vorranggebiete vorsorgender Rohstoffgewinnung“ geplant. In seiner Stellungnahme lehnt der Umweltverband die Ausweisung neuer Vorrangflächen zur Gips-und Anhydritgewinnung ab. “Die Erweiterungsflächen um den Rüsselsee und den Himmelsberg zwischen zwei Naturschutzgebieten stellen eine ökologische Katastrophe dar und zerschneiden den Höhenzug Mühlberg-Himmelsberg“, so Heidi Schell, Kreisverbandsvorsitzende des BUND Nordhausen.

Obwohl die bereits bestehenden Abbaugebiete noch für Jahrzehnte den Abbau der Gipsunternehmen sichern, sieht der neue Regionalplan vier Erweiterungen im Bereich Rüsselsee, Hohe Schleife, Ellricher Klipper vor. Zudem sind unter der Rubrik „Vorranggebiete vorsorgende Rohstoffgewinnung“ zwei weitere große Abbauflächen am Kuhberg und zwischen Buchholz und Steigerthal geplant. „Wir fordern die Streichung dieser neu geschaffenen Rubrik, die nur eine weitere Zerstörung der wertvollen Gipskarstlandschaft im Südharz darstellt“, so Heidi Schell. Gegen eine weitere Ausweisung von Vorranggebieten hat der BUND Kreisverband Nordhausen in den letzten 4 Wochen bereits mehr als 2000 Unterschriften gesammelt, die am heutigen Nachmittag zusammen mit der Stellungnahme dem Planungsbüro in Sondershausen übergeben werden. „Die Südharzer Gipskarstlandschaft ist ein weltweit einmaliges Naturjuwel, das über Jahrmillionen entstanden ist. Dadurch beherbergt die Landschaft eine außergewöhnliche Artenvielfalt auf engstem Raum“, so Heidi Schell.

Die Neuausweisungen basieren auf einem Gutachten, das die Regionale Planungsgemeinschaft beim Erfurter Sachverständigenbüro Reyer in Auftrag gegeben hat. Laut des Gutachtens sind zusätzliche Flächen notwendig um den Bedarf an Naturgips für die nächsten 25 Jahre zu sichern. Doch liegen der Berechnung vor allem Angaben der Gipsindustrie zugrunde. Der BUND kritisiert, dass die Bedarfsermittlung auf Grundlage der bisherigen Fördermengen und der allgemein jährlichen Förderrate ermittelt wurde. „Neue Technologien werden hier nicht mit bedacht. Außerdem ist im Landesentwicklungsplan nicht festgeschrieben, dass ein Naturgipsabbau für 25 Jahre gewährleistet werden muss“, sagt Heidi Schell. Der BUND warnt ausdrücklich davor, dass eine Ausdehnung des Gipsabbaus im Interesse einzelner Wirtschaftskonzerne auf Kosten einer nachhaltigen Entwicklung in der Region geschehe. Der sanfte Tourismus in der Region schaffe schon heute mehr Arbeitsplätze als alle Gipsunternehmen gemeinsam.

 

  

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