BUND Thüringen: Eröffnung des ersten Autobahn-A71-Teilstücks kein Grund für Sektlaune und Jubelfeiern

10. Dezember 1998 | Mobilität, Ressourcen & Technik, Nachhaltigkeit

Eisenach. Anläßlich der Eröffnung des ersten Teilstücks der "Thüringer-Wald¬Autobahn" am kommenden Wochenende hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Thüringen, seine kritische Haltung zu diesem Großprojekt erneut bekräftigt. "Diese Niederlage für den Umwelt-und Naturschutz und für jede intelligente und nachhaltige Verkehrs- und Wirtschaftspolitik ist kein Grund für Sektlaune und immer gleiche Jubelveranstaltungen auf Kosten der Steuerzahler", so der BUND.

"Wir müssen aber anerkennen, daß sich der Bau der Trasse zwischen Erfurt und Suhl wohl nicht mehr verhindern läßt. Dafür sind inzwischen schon zu viele Millionen in dieses Prestigeobjekt geflossen", erklärte Michael Spielmann, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Spielmann äußerte auch Verständnis dafür, daß die neue rot-grüne die bereits begonnenen Bauwerke der A71 nicht nur "als Denkmäler einer verfehlten und anachronistischen Verkehrspolitik" betrachte, sondern diese auch verkehrlich nutzen wolle.

Für den BUND ergebe sich als Konsequenz daraus, daß sich der Schwerpunkt der Auseinandersetzung nunmehr auf die weiterhin geplante Fortführung der A71/A73 nach Schweinfurt und Lichtenfels konzentriere. "Hier geht es darum, daß intelligentere, umweltverträglichere und billigere Alternativen geprüft und durchgesetzt werden", so Spielmann. Die bereits vorhandenen Teilstücke der A71 müßten sich in ein Verkehrsnetz einfügen lassen, das Spielraum für einen alternativen Verkehrsausbau und für eine neue Verkehrspolitik lasse, die nicht nur ausschließlich auf den motorisierten Straßenverkehr setze.

Durch den Bau einer Transitautobahn werde sich die wirtschaftliche Situation in Südthüringen nicht verbessern. Es sei deshalb nicht akzeptabel, wenn die Planung und der Bau der A71 um jeden Preis und wider besseren Wissens südlich von Suhl fortgesetzt werde. Es seien auch weiterhin Ortsumgehungen und der Ausbau vorhandener Bundesstraßen als Alternativlösungen möglich, insbesondere für jene Abschnitte zwischen Suhl und Bayern, für die die Planfeststellungsverfahren noch nicht eröffnet wurden. 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb