Landesverband Thüringen e.V.

BUND Thüringen fordert Klimaschutzgesetz für Thüringen

31. Januar 2008 | BUND

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert ein Klimaschutzgesetz für Thüringen. Ohne eine aktive Klimaschutzpolitik der Landesregierung lässt sich nach Einschätzung des Verbandes der steigende Ausstoß von Treibhausgasen in Thüringen nicht umkehren. „Der Freistaat ist nicht der Klassenprimus beim Klimaschutz in Deutschland“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Im Gegenteil: Thüringen pustet heute wieder mehr Treibhausgase in die Atmosphäre als noch Ende der 90iger Jahre.“

Nach Angaben von Vogel hatten sich die Treibhausgasemissionen in Thüringen vor allem in den ersten fünf Jahren nach der Wende wegen des Zusammenbruchs der Industrie drastisch reduziert. Seit Anfang 2000 sei aber wieder ein Anstieg bei den Treibhausgasen zu verzeichnen. Maßgeblich verantwortlich für diese Entwicklung seien Zunahmen beim Verkehr. Auch der Endenergieverbrauch in Thüringen steigt nach Angaben von Vogel seit 2000 wieder an. Verantwortlich für diese Entwicklung sei die passive Haltung der Landesregierung beim Klimaschutz. Dem Freistaat fehle nicht nur eine klare Strategie zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen, das Wirtschaftsministerium fordere sogar Sonderkonditionen für einen erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen in der Industrie.

Nach Angaben des BUND Thüringen müssen die Industriestaaten bis zum Jahr 2050 ihre Treibhausgasemissionen um 80% reduzieren, um den Anstieg der Erderwärmung auf max. 2°C zu begrenzen. „Wir brauchen in Thüringen ein Klimaschutzgesetz, mit dem sich der Freistaat verpflichtet, die Treibhausgasemissionen jährlich um 3% zu reduzieren“, erklärte Dr. Vogel. Nur ein Klimaschutzgesetz könne die notwendige Verbindlichkeit schaffen, um der existenziellen Bedrohung durch die Erwärmung der Erdatmosphäre wirksam entgegen zu treten und der Verantwortung Thüringens beim Schutz des Weltklimas gerecht zu werden.

Er forderte die Landesregierung außerdem auf, ihre Vorbildwirkung beim Klimaschutz stärker als bisher wahr zu nehmen. Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen seien:

  • Versorgung öffentlicher Einrichtungen mit Strom aus regenerativen Energiequellen
  • Umstellung der Fuhrparks auf sparsame Fahrzeuge
  • Wärmedämmung in Gebäuden der öffentlichen Hand 

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