Landesverband Thüringen e.V.

BUND Thüringen fordert Raumordnungsverfahren für unterirdischen Gipsabbau

13. Juli 2005 | BUND

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert auch bei untertägigem Gipsabbau im Südharz die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens. Entsprechenden Plänen des Unternehmen BPB Formula erteilte der Verband heute bei einer Anhörung vor dem Landesbergamt in Gera eine Absage, solange nicht die Verträglichkeit des Vorhabens mit der nachhaltigen Entwicklung der Region nachgewiesen sei.

„Gipsabbau ist ob oberirdisch oder unterirdisch ein gravierender Eingriff in die Landschaft“, erklärte Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Deshalb muss in dem schmalen Karstgürtel erst einmal geklärt werden, ob Mensch und Umwelt weitere Eingriffe dieser Art überhaupt noch verkraften.“

Nach Angaben des BUND Thüringen hat das Unternehmen BPB Formula neue Pläne für die untertägige Gipsgewinnung im FFH-Gebiet Harzfelder Holz zur Genehmigung vorgelegt. Eine dünne Deckschicht von 10 m solle nach den Plänen des Unternehmen den Abbau von der Erdoberfläche trennen.

Da diese Deckschicht im Wesentlichen auch aus wasserlöslichem Gips bestehe, hält der BUND Thüringen einen späteren Einbruch der oberirdischen Lebensräume nicht für ausgeschlossen. Der BUND Thüringen geht außerdem davon aus, dass mit dem Abbau u.a. unterirdische Fledermausquartiere zerstört werden.

Durch den Abtransport des Gipsgesteins rechnet der Verband mit erheblichen Staub- und Verkehrsbelastungen in der Region. Negative Auswirkungen hierdurch auf den Luftkurort Neustadt und den Fremdenverkehr seien zu befürchten. Hoffmann forderte: „Die Unternehmen der Gipsindustrie müssen sich einer Diskussion um die Zukunft des Gipsabbaus in der einzigartigen Karstlandschaft stellen und endlich ihre Versuche aufgeben, diese Diskussion durch immer neue Abbauanträge zu unterlaufen.  

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