Erfurt. Der BUND Thüringen gratuliert dem Nationalpark Hainich zur Anerkennung als Weltnaturerbe durch die UNESCO.
„Das ist die Krönung für die jahrelange und erfolgreiche Arbeit des Nationalpark“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Die Buchenwälder im Nationalpark Hainich sind die eigentlichen Schatzkammern unserer heimischen Artenvielfalt. Durch die heutige Anerkennung durch die UNESCO-Kommission gehören sie nun auch offiziell zum Weltnaturerbe“.
Nach Angaben von Vogel gehören naturnahe Buchenwälder zu den ursprünglichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Das Verbreitungsgebiet der Rotbuche sei ausschließlich auf Europa begrenzt. Deutschland liege im Zentrum des Verbreitungsgebietes und trage daher für den Schutz der Rotbuchenwälder eine besondere Verantwortung. Allerdings betrage der Anteil urwaldähnlicher Buchenbestände wie sie noch im Nationalpark Hainich zu finden seien, heute weniger als 0.01% der Landesfläche.
Diese Wälder seien die letzten noch verbliebenen Relikte eines ursprünglich flächig in Deutschland verbreiteten Ökosystems. Sie seien Zufluchtsort für eine Vielzahl echter Urwaldarten angefangen von der Wildkatze über verschiedene Vogel- und Fledermausarten bis zu den Urwaldspezialisten unter den Insekten.
„Die Anerkennung der Urwälder im Hainich durch die UNESCO unterstreicht die Bedeutung dieser Lebensräume für den Erhalt der weltweiten Biodiversität. Die Landesregierung darf sich jetzt nicht auf dieser Anerkennung ausruhen sondern muss ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag mit Nachdruck umsetzen und 10% der Thüringer Wälder aus der Nutzung nehmen. Nur wenn es gelingt, ein Netz nutzungsfreier Urwaldflächen in Deutschland zu etablieren, können wir unseren Beitrag zum Weltnaturerbe dauerhaft bewahren.


