BUND Thüringen kritisiert Pläne zur Auflösung der Schutzgebietsverwaltungen

12. November 2013 | Naturschutz

BUND Thüringen kritisiert Pläne zur Auflösung der Schutzgebietsverwaltungen - Eingliederung der Nationalen Naturlandschaften in die Forstanstalt wird abgelehnt

Erfurt. Der BUND Thüringen kritisiert die von Ministerpräsidentin Lieberknecht verkündeten Pläne zur Auflösung der Schutzgebietsverwaltungen für Thüringens Nationale Naturlandschaften. Die Eingliederung des Nationalparks, der Biosphärenreservate und der Naturparke in die Forstanstalt ThüringenForst im Rahmen der Verwaltungsstrukturreform lehnt der BUND Thüringen strikt ab.
„Es ist eine politische Bankrotterklärung, wenn Ministerpräsidentin Lieberknecht die Verantwortung für die wichtigsten Naturräume Thüringens vom Freistaat auf ein Wirtschaftsunternehmen überträgt“, erklärte dazu Ron Hoffmann Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Die Abschaffung der Verwaltungen für die Großschutzgebiete ist das Ende staatlicher Schutzgebietspolitik.“
Hoffmann widersprach der Einschätzung der Regierungskommission, dass durch die Eingliederung der Schutzgebietsverwaltungen in ThüringenForst Synergieeffekte erzielt werden könnten. ThüringenForst unterliege als Wirtschaftsunternehmen dem Primat der Wirtschaftlichkeit. Die Erfüllung kostenintensiver Verwaltungsaufgaben stehe im Widerspruch zu dieser Zielsetzung. Da ThüringenForst in Zukunft weniger staatliche Zuschüsse erhalte, sei das Unternehmen gezwungen, die wirtschaftlich unrentablen Unternehmensbereiche abzubauen.
In Zukunft könne die Betreuung der Großschutzgebiete im Grünen Herzen Deutschlands nur noch nach Kassenlage erfolgen, sagte Hoffmann. Er kritisierte außerdem, dass die Pläne der Regierungskommission dem im Jahr 2011 verabschiedeten Gesetz zur Errichtung der Forstanstalt widersprächen. Damals habe sich der Landtag mehrheitlich ausdrücklich gegen die Eingliederung des Nationalpark Hainich in die Anstalt ausgesprochen.
„Die Wahrnehmung der Verantwortung für unsere Naturlandschaften gehört zu den vornehmsten und wichtigsten staatlichen Aufgaben. Sie darf nicht einem blinden Spardiktat zum Opfer fallen, appellierte Hoffmann an die Abgeordneten des Thüringer Landtages.

 

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