Erfurt. Der BUND Thüringen begrüßt das Vorhaben von Bundesregierung und Bahn, 2,5 Milliarden aus den UMTS-Versteigerungen ausschließlich für Investitionen in das bestehende Bahnnetz zu nutzen. Gleichzeitig fordert der BUND Thüringen Wirtschaftsminister Schuster auf, schnellstmöglich den Sanierungsbedarf für bestehende Bahnstrecken in Thüringen bei der Bahn anzumelden. Bis Ende September muss die Bahn dem Bundesverkehrsministerium mitteilen, auf welchen Bahnstrecken die zusätzlichen 2,5 Milliarden DM aus dem Erlös der UMTS-Versteigerungen investiert werden sollen.
"Bisher hat die Landesregierung in der Öffentlichkeit immer eifrig auf dem ICE bestanden. Wenn es aber darum geht, Milliardeninvestitionen für die Sanierung bestehender Bahnstrecken einzufordern, bildet Thüringen das Schlusslicht", erklärte Adrian Johst, bahnpolitischer Sprecher des BUND Thüringen. "Vermutlich trübt der "Tunnelblick" bei einigen Landespolitikern die Wahrnehmung für das, was mit den bestehenden Bahnstrecken in Thüringen passiert." Johst appellierte an die Landesregierung, sich endlich für die Sanierung des gesamten Bahnnetzes in Thüringen einzusetzen.
Nach Ansicht des BUND Thüringen sollten die zusätzlichen Finanzmittel in erster Linie für die folgenden Streckenabschnitte eingesetzt werden:
- zweigleisiger Ausbau und Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Bahn
- Ausbau der Strecke Naumburg -Erfurt auf Geschwindigkeiten von 160-200km/h
- Ausbau der Saale-Bahn (Naumburg-Jena-Saalfeld) für Geschwindigkeiten von 160 km/h
- Wiederherstellung der Thüringer-Wald-Strecken. Hier ruht durch einen Investitionsstopp der Bahn der Verkehr vollständig
"In der Sanierung vieler baufälliger Bahnstrecken sind die 2,5 Milliarden wesentlich zukunftsträchtiger angelegt, als in einer U-Bahn durch den Thüringer Wald", erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.


