Landesverband Thüringen e.V.

BUND Thüringen: Landesversammlung fordert Parteien zur ökologischen Erneuerung Thüringens auf - Ron Hoffmann neuer Landesvorsitzender des BUND Thüringen

29. März 2004 | BUND

Erfurt. Der BUND Thüringen hat bei seiner Landesversammlung am vergangenen Wochenende die politischen Parteien zur ökologischen Erneuerung Thüringens aufgefordert. An die Landesregierung richtete die Versammlung die Forderung, den Winkelberg im Südharzer Gipskarst unverzüglich als Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 zu melden und allen Plänen für neue Gipsabbauflächen in der Region endgültig eine verbindliche Absage zu erteilen. Außerdem verabschiedete die Landesversammlung ein einstimmiges Votum gegen den Bau einer Müllverbrennungsanlage in Südthüringen.

Zum neuen  Landesvorsitzenden wurde Ron Hoffmann gewählt. Weitere Mitglieder im neuen Landesvorstand des BUND Thüringen sind Evelyn Höhn und Frank Henkel als Stellvertreter, Kerstin Schnelle als Schatzmeisterin und Dr. Frank Augsten und Wigbert Schorcht als Beisitzer.
„Die Parteien müssen ihre politischen Programme auf eine nachhaltige Entwicklung in Thüringen und eine lebenswerte Zukunft der Menschen in diesem Land ausrichten“, erklärte Ron Hoffmann, neuer Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Thüringens Zukunft hängt davon ab, ob es der Politik gelingt, auf die wachsenden, ökologischen Herausforderungen angemessene Antworten zu finden“.

Nach Einschätzung von Hoffmann sind die natürlichen Lebensgrundlagen in Thüringen durch Klimawandel, Hochwasser oder den Verlust an biologischer Vielfalt durch Zerschneidung und Zerstörung von Lebensräumen zunehmend bedroht. Das unbegrenzte Wachstum im Flächenverbrauch und im Straßenneubau habe sich von der negativen Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung längst entkoppelt. Ein Gleichgewicht zwischen Ökologie, Ökonomie und Sozialem sei nicht in Sicht. Die Diskussion um Reformen in Deutschland erstrecke sich zwar in alle gesellschaftlichen Bereiche und die Bereitschaft in der Bevölkerung für umfassende, gesellschaftliche Reformen sei groß. Bisher fehle der Politik in Thüringen aber der Mut, diese Reformbereitschaft in der Bevölkerung für eine ökologische Erneuerung in Thüringen zu nutzen.
„Mit der Landtagswahl haben die politischen Parteien in Thüringen die Chance, die Reformbereitschaft in der Bevölkerung für eine ökologische Neuausrichtung zu nutzen“, erklärte Hoffmann.

In dem von der Landesversammlung einstimmig verabschiedeten Leitantrag fordert der BUND Thüringen eine Klimapolitik, welche stärker auf Verkehrsvermeidung setzt, um klimaschädliche Emissionen drastisch zu senken. In der Verkehrspolitik müsse der Ausbau vorhandener Trassen Vorrang vor dem Straßenneubau haben. Der geplante Neubau der sogenannten Rhöntrasse von Meiningen nach Fulda quer durch die Rhön sei verkehrspolitisch unsinnig und ökologisch nicht vertretbar. Dem Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft erteilte die Versammlung eine klare Absage, weil die Risiken für Mensch und Umwelt nicht absehbar seien. Weiterhin forderte sie den Aufbau eines landesweiten Biotopverbundes, um die Voraussetzungen für die Sicherung der Artenvielfalt in Thüringen zu schaffen werden. Eine landesweite Biotopverbundplanung müsse Eingang in den Landesentwicklungsplan finden. Thüringens Flüsse bräuchten nicht mehr Regulierung sondern mehr Renaturierung. Daher müsse ein wirksamer Hochwasserschutz in erster Linie für den Schutz und die Wiederherstellung intakter Flussauen sorgen. Dazu müsse die EU-Wasserrahmenrichtlinie zügig und vollständig umgesetzt werden.

Hoffmann erklärte, dass er den Wahlkampf dazu nutzen werde, um mit den politischen Parteien zur Umsetzung der Forderungen des BUND Thüringen ins Gespräch zu kommen.

 

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