BUND Thüringen: Nitratfunde im Landkreis Nordhausen müssen Weckruf für wirksames Düngerecht sein

18. September 2026 | Landwirtschaft

Die vom VSR-Gewässerschutz veröffentlichten Ergebnisse aus Nordthüringen sind alarmierend: Bei Untersuchungen im August 2026 überschritt rund jede fünfte von 79 Proben aus privaten Gartenbrunnen im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis den Nitratwert von 50 Milligramm pro Liter.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichen, um unsere Gewässer wirksam vor zu hohen Nährstoffeinträgen zu schützen. Gleichzeitig fehlen in Thüringen derzeit mit den Roten Gebieten gerade dort strengere Düngeauflagen, wo das Grundwasser besonders belastet ist. Diese Schutzlücke muss schnell geschlossen werden“, sagt Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Die Veröffentlichung fällt in eine entscheidende Phase: Vom 23. bis 25. September kommen die Agrarminister*innen von Bund und Ländern in Würzburg zusammen. Gleichzeitig wird auf Bundesebene das Düngerecht novelliert. Für den BUND Thüringen ist deshalb klar: Die Neuregelung muss einen wirksamen Gewässerschutz gewährleisten und zugleich dafür sorgen, dass Nährstoffüberschüsse verursachergerecht erfasst und begrenzt werden.

Der BUND Thüringen fordert deshalb:

  • Belastete Gebiete wieder rechtssicher schützen: Der Bund muss schnell eine tragfähige Rechtsgrundlage schaffen, damit Thüringen besonders belastete Gebiete wieder als sogenannte Rote Gebiete ausweisen und dort wirksame Schutzauflagen anwenden kann.
  • Verursacher gezielt in die Verantwortung nehmen: Während die betriebliche Stoffstrombilanz abgeschafft wurde, setzt die aktuelle Novellierung des Düngegesetzes auf ein bundesweites Wirkungsmonitoring. Das reicht für Verursachergerechtigkeit nicht aus. Dafür müssen die tatsächlichen Ein- und Austräge von Stickstoff und Phosphor auf Betriebsebene erfasst werden. Eine verbindliche betriebliche Nährstoffbilanz macht Überschüsse sichtbar und ermöglicht es, gezielt die Verursacher in die Verantwortung zu nehmen und gewässerschonend wirtschaftende Betriebe zu entlasten.
  • Nährstoffeinträge wirksam verringern: Gewässerschonende Fruchtfolgen und Zwischenfrüchte müssen verbindlicher im Düngerecht verankert werden. Gleichzeitig fordert der BUND bundesweit 18 Meter breite, dauerhaft dünge- und pestizidfreie Gewässerrandstreifen, damit weniger Nährstoffe in Bäche und Flüsse gelangen.

„Wir erwarten von Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John, dass sie sich in Würzburg und gegenüber dem Bund für ein Düngerecht einsetzt, das Verursachergerechtigkeit und wirksamen Gewässerschutz zusammenbringt. Gerade angesichts der aktuellen Nitratfunde in Nordthüringen darf die bestehende Schutzlücke nicht fortbestehen“, schließt König. 

Hintergrund:
Die Forderungen zum Düngerecht hat der BUND gemeinsam mit weiteren Umwelt-, Wasser- und Fachverbänden im Positionspapier „Für Rechtssicherheit und Gewässerschutz: Leitlinien eines zukunftsfähigen Düngerechts“ vorgelegt. Darin formulieren die Verbände konkrete Vorschläge für die laufende Novellierung des Düngerechts – darunter eine rechtssichere Ausweisung belasteter Gebiete, eine betriebliche Nährstoffbilanz sowie verbindlichere Vorgaben für Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte und Gewässerrandstreifen.

Mehr Informationen:

Pressekontakt:
Kerstin Neumann | Christina Eberhardt, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 361 5550314; Mobil: 0176 13338510 oder 0176 13338564, presse(at)bund-thueringen.de 

Zur Übersicht

Mitglied werden!
  • Bereits ab 60 Euro/Jahr!

  • Möglichkeit, in Gruppen vor Ort aktiv zu werden!

  • Kündigung jederzeit möglich.

  • Bereits ab 72 Euro/Jahr!

  • Möglichkeit, in Gruppen vor Ort aktiv zu werden!

  • Kündigung jederzeit möglich!

  • Bereits ab 24 Euro/Jahr!

  • Möglichkeit, in Gruppen vor Ort aktiv zu werden!

  • Kündigung jederzeit möglich.

  • Einmaliger Mindestbetrag von 1.500 Euro!

  • Möglichkeit, in Gruppen vor Ort aktiv zu werden!

  • Vorteile stehen ein Leben lang zur Verfügung.

Als Mitglied beim BUND Thüringen genießen Sie viele Vorteile: Ihr Mitgliedsbeitrag ist steuerlich absetzbar, Sie erhalten das BUNDmagazin 4x im Jahr kostenlos nach Hause, können Fortbildungen in der BUND-Akademie besuchen und vieles mehr!

BUND-Bestellkorb