Eisenach. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen e.V. (BUND Thüringen) äußert sich enttäuscht über den 22. GutsMuths-Rennsteiglauf des vergangenen Wochenendes. "Wie im letzten Jahr war der GutsMuths-Lauf eine peinliche Einwegorgie", so Ralf-Uwe Beck, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. Für den BUND Thüringen sei es unverständlich, daß trotz der Kritik im letzten Jahr die Verpflegung nicht in Mehrweggeschirr erfolgt sei.
Wie Läufer sich dem BUND Thüringen gegenüber äußerten hätten sie bereits als Teilnehmer am Halbmarathon mindestens 10 Einwegbecher verbraucht. Hinzu käme noch das Geschirr und Bestecke der Veranstaltungen am Rande des Rennsteiglaufes. Bei 11.000 Läufern rechne der BUND mit weit mehr als 220.000 Plastikgefäßen. "Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, daß auch Großveranstaltungen abfallarm organisiert werden können, etwa der Berlin-Marathon, Kirchentage oder der bevorstehende Landesjugendsonntag der Evang. Kirche in Eisenach", so Beck.
"Geschirrmobile haben sich längst bewährt, nicht zuletzt im Zusammenspiel mit solarbetriebenen Spülautomaten", so Michaela Gebhardt, Fachreferentin beim BUND. "Auch können 0,2l Mehrwegflaschen als Streckenversorgung angeboten werden." Der BUND Thüringen beruft sich hier auf eine Studie des Institutes für ökologisches Recycling, auf die er die Veranstalter schon vor Monaten hingewiesen hatte.
Aus den Reihen der Läufer sei auch die Abreise aus Schmiedefeld kritisiert worden, so der BUND. Nicht genügend Busse und deshalb Wartezeiten bis zu drei Stunden seien kein Anreiz, das eigene Auto stehenzulassen. Im Zeitalter der Logistik sei damit der Rennsteiglauf ein anachronistisches Organisationschaos.
Der ausgeschriebene "Fair-play"-Umweltpreis sei eine Farce angesichts der Unfähigkeit der Veranstalter, ökologische Rahmenbedingungen zu organisieren.
Wenn, wie die Veranstalter angekündigt hätten, im nächsten Jahr 15.000 Läufer an den Start gehen sollen, sei der GutsMuths-Rennsteiglauf nicht mehr beherrschbar und verkomme zum Müllfest. "Traditionen werden nicht gewahrt, indem ich eine erhaltenswerte Thüringer 'Spezialität' bis zur Unkenntlichkeit aufblähe", so Gebhardt abschließend.


