Anlässlich des Internationalen Tags der Biodiversität am 22. Mai warnt der BUND Thüringen vor einem politischen Rollback im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz. Während Klimakrise und Artensterben weiter voranschreiten, geraten zentrale Umweltstandards weiter unter Druck und das Engagement von Umweltverbänden wird zunehmend infrage gestellt. Gleichzeitig zeigt der jetzt veröffentlichte Jahresbericht 2025 des Umweltverbandes, dass sich konsequenter Natur- und Artenschutz lohnt: Mit seinen Projekten setzt der BUND Thüringen auch unter schwierigen politischen Rahmenbedingungen wichtige Impulse für den Erhalt der biologischen Vielfalt.
„Seit einem Jahr erleben wir eine Politik, die Umwelt- und Naturschutz immer häufiger als Hindernis statt als Grundlage einer zukunftsfähigen Entwicklung betrachtet. Das gefährdet nicht nur Arten und Lebensräume, sondern langfristig auch unsere Lebensgrundlagen und die gesellschaftliche Akzeptanz politischer Entscheidungen“, erklärt Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Unser Jahresbericht zeigt aber auch: Naturschutz wirkt. Ob beim Luchsprojekt im Thüringer Wald, der Wiedervernetzung von Lebensräumen am Grünen Band oder beim Schutz von Wildkatze und Gartenschläfer – gemeinsam mit Ehrenamtlichen, Partnern und Unterstützerinnen und Unterstützern konnten wir auch 2025 wichtige Fortschritte für die biologische Vielfalt in Thüringen erreichen.“
Der BUND Thüringen fordert von Landes- und Bundesregierung, Umwelt- und Naturschutz wieder stärker als zentrale Zukunftsaufgabe zu begreifen und Natur- und Artenschutzprojekte sowie Förderstrukturen und Beteiligungsrechte langfristig zu sichern.
„Gerade in Zeiten politischen Gegenwinds braucht es starke Umweltverbände, verlässliche Förderstrukturen und Menschen, die sich vor Ort engagieren. Umwelt- und Naturschutz sind kein Luxus, sondern eine Investition in unsere gemeinsame Zukunft“, so König weiter.
Die Projekte des BUND Thüringen 2025 im Einzelnen:
Mit der Auszeichnung des Grünen Bandes mit der „Goldenen Henne“ erhielt eines der bedeutendsten Naturschutzprojekte Deutschlands bundesweite Aufmerksamkeit. Dass hinter diesem großen Erfolg viele konkrete Schritte vor Ort stehen, zeigt sich beispielhaft im Kreis Sonneberg: Dort konnten wir wichtige Fortschritte bei der Biotopvernetzung erzielen und Lebensräume miteinander verbinden. Eine zentrale Voraussetzung für den langfristigen Erhalt der Artenvielfalt.
Im Südharzer Gipskarst konnten wir gemeinsam mit unseren Freunden in Sachsen-Anhalt weitere Probebohrungen verhindern und die Bedrohung dieser einzigartigen Landschaft stärker in die Öffentlichkeit tragen. Der Gipskarst zählt zu den artenreichsten Lebensräumen Deutschlands und bietet zahlreichen spezialisierten und bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen einzigartigen Rückzugsraum.
Ein herausragender Erfolg ist zudem die Entwicklung unseres Artenschutzprojektes „Luchs Thüringen“: Erstmals konnte Nachwuchs einer im Projekt ausgewilderten Luchsin nachgewiesen werden. Ein starkes Signal dafür, dass die Wiederansiedlung dieser einst verschwundenen Art gelingt.
Mit dem Start des Projekts „Thüringer Netzwerk Landwirtschaft und Naturschutz“ hat der BUND Thüringen gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern im Jahr 2025 einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Biodiversität in der Agrarlandschaft getan. Fachworkshops und der Austausch zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung haben bereits im ersten Projektjahr wichtige Impulse für eine naturverträgliche Landnutzung in Thüringen gesetzt.
Auch im Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ konnten 2025 wichtige Fortschritte erzielt werden: Mit Pflanzaktionen, der Entfernung von Knotengitterzäunen im Wald und Maßnahmen zur Biotopvernetzung wurden von Sonneberg bis ins Eichsfeld Lebensräume für Wildkatze und andere Arten verbessert und miteinander verbunden.
Auch im Gartenschläfer-Projekt lag der Schwerpunkt 2025 auf konkreten Schutzmaßnahmen in den letzten stabilen Vorkommensgebieten Thüringens. Mit Pflanzungen fruchttragender Gehölze und Maßnahmen zur Wasserrückhaltung wurden Lebensräume in den von Dürre betroffenen Wäldern gezielt verbessert.
Seit 2022 qualifiziert der Lehrgang „Natura-2000-Manager/in“ Fachkräfte für den Naturschutz. Der bundesweit nachgefragte Lehrgang wird erfolgreich eigenfinanziert durchgeführt. Mit Exkursionen, Seminaren und praxisnahen Inhalten leistet er einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Fachkompetenz im Naturschutz. Auch 2025 konnten wir wieder 45 „Natura-2000-Manager“ ausbilden.
Mit Fachveranstaltungen, Austauschformaten, Öffentlichkeitsarbeit und der Auszeichnung engagierter Landwirtinnen und Landwirte setzte das Kompetenzzentrum Natura 2000 auch 2025 wichtige Impulse für den Schutz europäisch geschützter Lebensräume und Arten
Mehr zu den Artenschutzprojekten des BUND Thüringen kann ab sofort im Jahresbericht 2025 nachgelesen werden: https://www.bund-thueringen.de/jahresbericht-2025/.
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Kerstin Neumann | Christina Eberhardt, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 361 5550314; Mobil: 0176 13338510 oder 0176 13338564, presse(at)bund-thueringen.de


