BUND Thüringen zum Tag der Parke: „Mehr Wildnis in Thüringen“

23. Mai 2000 | Naturschutz, Lebensräume

Aus Anlass des heutigen Tags der Parke fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz, Landesverband Thüringen e.V. mehr Wildnis in Thüringen. Mit dieser Forderung nimmt der BUND Thüringen auf die von seinem Bundesverband geplante Kampagne „Wildnis in Deutschland“ Bezug.

„Wildnis ist überall dort, wo natürliche Prozesse ungestört ablaufen können“, erläutert der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, Dr. Burkhard Vogel. Vogel weist darauf hin, dass gerade in einem waldreichen Land, wie Thüringen, dem Wildniskonzept eine besondere Bedeutung zu kommt. Das Zulassen natürlicher Dynamik schaffe in Wäldern erst die Voraussetzung für einen großen Reichtum an heimischen Tier- und Pflanzenarten. „Überall dort, wo wir Wildnis bewahren, bewahren wir uns ein Stück unseres heimischen Naturerbes.“

Handlungsbedarf sieht der BUND Thüringen vor allem im Nationalpark Hainich. Zwar ist der Hainich der erste Buchenwaldnationalpark in Deutschland. Die Schutzzone 1, in der eine vom Menschen ungestörte Entwicklung zugelassen wird, macht aber deutlich weniger als ein Drittel der Gesamtfläche aus. „Über 90% der Nationalparkfläche befinden sich im Eigentum des Bundes bzw. des Land Thüringen. Hier sollte die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen und auf ihren eigenen Flächen Wildnis zulassen.“, erklärte Vogel.

Auch im Naturpark Thüringer Wald fordert der BUND die Landesregierung auf, Mut zur Wildnis zu zeigen. Im ursprünglichen Verordnungsentwurf waren auf 20% der Fläche Vorranggebiete für den Naturschutz vorgesehen. Diese Flächen könnten nach Ansicht des BUND für die Entwicklung von Wildnisgebieten genutzt werden. 

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