Erfurt. Der BUND Thüringen warnt die Thüringer Talsperrenverwaltung davor, mit dem Beginn der Baumaßnahmen in Leibis Tatsachen schaffen zu wollen. BUND Landesgeschäftsführer Dr. Burkhard Vogel: „Die Talsperrenverwaltung riskiert in Leibis statt einer Baugrube für die Staumauer ein Millionengrab für Steuergelder auszuheben.“
Vogel wies darauf hin, dass bisher nur bauvorbereitende Maßnahmen in Leibis genehmigt seien und über den Bau der eigentlichen Talsperre noch nicht entschieden sei. Der BUND gehe davon aus, dass sich vor Gericht die Rechtswidrigkeit des Vorhabens herausstelle. Dann seien nicht nur die bis dahin verbauten Gelder fehlinvestiert worden. Der Thüringer Steuerzahler müsse dann auch für den Rückbau aufkommen.
Als Milchmädchenrechnung bezeichnete Vogel in diesem Zusammenhang die jüngsten Trinkwasserbedarfsprognosen der Thüringer Landesanstalt für Umwelt (TLU). In einer fachlichen Stellungnahme zu der Klagebegründung des BUND habe die TLU für das Jahr 2025 einen Trinkwasserbedarf von 164 Liter pro Einwohner und Tag prognostiziert. Tatsache sei jedoch, dass der Trinkwasserbedarf in Thüringen seit Jahren bei unter 120 Liter pro Einwohner und Tag stagniere. Selbst bei einer optimalen wirtschaftlichen Entwicklung des Freistaates sei nur mit einem mäßigen Anstieg des Trinkwasserbedarfs zu rechnen, weil die Bevölkerung im Freistaat nicht zu, sondern nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes sogar drastisch abnehme Diese Entwicklung mache eine weitere Trinkwassertalsperre in Thüringen überflüssig.
An die Thüringer Talsperrenverwaltung appellierte Vogel, auf den Bau der Talsperre zu verzichten und das Überleben der letzten Auerhühner im Thüringer Wald nicht zu gefährden!


