BUND wirft IHK Südthüringen mangelnde Sachlichkeit und Kompetenzüberscheitung vor

25. Januar 2000 | Mobilität

„Die Art und Weise, in der die IHK Südthüringen die Diskussion zur Ökosteuer mit völlig unzutreffenden und unsachlichen Argumenten aufheizt und damit unnötig Ängste bei Bevölkerung und Lkw-Fahrern schürt, ist erschreckend. Mit ihrer offenen Sympathiebekundung für das Vorhaben der Spediteure, öffentliche Verkehrswege zu blockieren, geht die IHK zu weit." Mit diesen deutlichen Worten reagierte Thüringens Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND), Dr. Burkhard Vogel, auf die jüngste Erklärung der IHK Südthüringen.

Deren Vize-Hauptgeschäftsführer Reinhard Gänsler hatte am Samstag vergangener Woche in einer Pressemeldung behauptet, die Öko-Steuer habe die Speditionsunternehmen im Thüringer Wald in eine Existenzkrise geführt und „das Fass zum Überlaufen" gebracht und zeigte dabei Verständnis für deren geplante Blockade von Autobahnen und Bundesstraßen.

Die Argumentation von Speditionen und IHK, so Vogel weiter, sei völlig unverständlich. Die Benzinpreiserhöhung betreffe alle Kraftfahrer in Deutschland gleichermaßen. Im Ausland sei der Preis meist noch höher, etwa in Frankreich, das den Blockierwilligen als Vorbild gilt. Im bundesweiten Vergleich liege der Benzinpreis im Thüringer Wald deutlich unter dem Durchschnitt. Gerade die Unternehmer im Thüringer Wald seien also im Vorteil gegenüber ihren Kollegen in anderen Teilen Deutschlands.

„Die IHK überschreitet mit ihrer Unterstützung des Aufrufs zur Blockade nicht nur ihre Kompetenzen, sie läuft Gefahr, sich angesichts der realen Situation der Spediteure mit ihrer Argumentation lächerlich zu machen“, erklärte der Landesgeschäftsführer. Er forderte die IHK auf, sich von dem Blockadeaufruf zu distanzieren. 

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