Eisenach. "Weiße Rosen aus Athen, Tulpen aus Amsterdam – die alten Schlager stimmen so nicht mehr", meint Kat ja Töpfer vom BUND Thüringen zum Valentinstag. "Wenn Sie heute einen Strauß für Ihre Liebsten kaufen, dann stammen die Nelken oft aus Kenia, die Rosen aus Kolumbien und die Orchideen aus Thailand. Die am Anfang wunderschönen bunten Sträuße sind häufig schon nach kurzer Zeit verwelkt und unansehnlich, obwohl sie kein billiges Geschenk waren".
Problematisch seien sowohl die weiten Transportwege frischer Blumen im Winter als auch der Pestizideinsatz in der Blumenzucht. Dieser lasse den Wunsch nach makellosen Blüten immer fragwürdiger erscheinen.
"Was wir zum Valentinstag aus Liebe und Freundschaft schenken, bedeutet für viele Frauen und Männer in den Blumenindustrien der Entwicklungsländer Krankheit und Leid. Der Einsatz von hochgiftigen Pestiziden schadet den Menschen und der Umwelt", so Ulrike Eppler vom BUND Kreisverband Meiningen. Sie verweist auf eine Wüste giftverseuchter Erde in den "Dritte-Welt-Ländern", die kein Wachstum mehr trage, das Menschen noch ernähren könnte. Boden und Wasser seien derart verdorben, daß Gemüse und andere Nahrungsmittel nicht mehr angebaut werden könnten. Auch bei Floristinnen könnten Allergien auftreten, da besonders im Winter viele hochbelastete Import-Schnittblumen im Handel seien.
In Meiningen will der BUND am Valentinstag von 11.30 bis 13 Uhr auf dem Markt mit einem Aktionstheater auf die Blumen-Problematik aufmerksam machen. Gezeigt wird das Schicksal der kolumbianischen Blumenpflückerin Martina, die im Giftnebel Blumen für den Valentinstag pflücken muß. Zu dieser Aktion ist die Presse recht herzlich eingeladen.
"Liebeserklärungen gehören zu den schönsten Dingen dieser Welt", so Katja Töpfer abschließend. "Um auf Romantik nicht verzichten zu müssen und Blumen sprechen zu lassen, gibt es Möglichkeiten, die Umwelt und den eigenen Geldbeutel weniger zu belasten."
Der BUND empfiehlt deshalb, öfter mal Topfpflanzen zu verschenken und so oft wie möglich auf einheimische Arten zurückzugreifen, die in der entsprechenden Jahreszeit wachsen. Man sollte dabei wenigstens folgende "Grundregeln" beachten: Erstens sollte man auf den Kauf von Billig-Import-Blumen verzichten, denn für die Produktion "en masse" müsse besonders viel Gift versprüht werden. Zweitens gebe es als widerstandsfähige Arten z.B. Fresien, Chrysanthemen, Gerbera oder Nelken, die man eventuell bevorzugen könnte. Eine echte Alternative zur Rose aus Kolumbien sei das Topf-Primelchen aus dem südthüringischen Wasungen. Drittens sollte man beim Blumenkauf darauf bestehen, daß der Strauß nicht in Folie, sondern in Papier eingewickelt wird, was die gleiche Funktion erfülle.


