Eisenach. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Thüringen, erinnert daran, daß derzeit das Planfeststellungsverfahren für das Großprojekt "Talsperre Leibis" läuft.
"Nun kommt es darauf an, daß möglichst viele Bürger ihre Einwendungen beim Thüringer Landesverwaltungsamt geltend machen", so BUND-Landesgeschäftsführer Michael Spielmann. Der BUND fordert die Bevölkerung auf, im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahrens von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Eigens dafür wurde eine Mustereinwendung als Postkarte vorbereitet, die bis spätestens 23. Dezember 1996 bei der Genehmigungsbehörde vorliegen muß. Die Postkarten sind in der BUND-Landesgeschäftsstelle in Eisenach erhältlich.
Der BUND Thüringen wird das Vorhaben Trinkwassertalsperre Leibis/Lichte in seiner Stellungnahme ablehnen. "Wir begründen unsere ablehnende Haltung vor allem mit der nicht ausgleichbaren Zerstörung von Natur und Landschaft durch ein Großprojekt aus DDR-Zeit, für das es keinen tatsächlichen Bedarf gibt" sagte Susanne Engelmann, Landesvorstandsmitglied des BUND Thüringen. Durch die Talsperre werde der Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Auerhuhnes weiter dramatisch eingeengt. Die Überflutung von Lichte-und Schalgebachtal gefährde das einzigartige Naturerbe des Thüringer Schiefergebirges. Da durch eine neue Talsperre zusätzliche Überkapazitäten in der Fernwasserversorgung entstünden, würden Steuergelder in immenser Höhe verschwendet. "Bezahlen werden die Zeche am Ende die Bürger, ob als Steuer-oder Gebührenzahler", so Engelmann weiter.
"Wer höhere Wasserpreise verhindern will, muß uns jetzt helfen, die Talsperre Leibis zu verhindern. Wer nicht jetzt seine Einwendungen gegen dieses ökologisch und wirtschaftlich unsinnige Projekt geltend macht, hat auch später kaum noch Möglichkeiten, sich gegen den Bau der Talsperre und die damit verbundenen Folgen zu wehren", so Engelmann abschließend.


