Eisenach. Der BUND Thüringen und der Bund Naturschutz Bayern (BN Bayern) werten in einer gemeinsamen Presseerklärung die Ankündigung von thüringischen und bayrischen Unionspolitikern, Wasser aus der geplanten Talsperre Leibis nach Bayern zu exportieren, als "Eingeständnis des Scheiterns der christlichen Fernwasserpolitik".
"Die Thüringer CDU agiert zunehmend hilflos, um das Finanzdesaster Leibis noch zu kaschieren", sagte dazu Michael Spielmann, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. "Plötzlich erkennen die Christdemokraten, was die Spatzen seit Jahren von den Dächern pfeifen: Für die Trinkwassertalsperre Leibis gibt es trotz schöner Gutachten keinen Bedarf. Die CDU steht vor dem Scherbenhaufen ihrer Wasserpolitik und erhofft sich nun Hilfe von der Schwesterpartei CSU", so Spielmann weiter.
In Bayern stoßen die Aussagen der Unionspolitiker ebenfalls auf Unverständnis, denn auch dort besteht kein Bedarf für zusätzliches Fernwasser. "Immer mehr Kommunen in Bayern erkennen, daß die Fernwasserversorgung ein Irrweg ist, und koppeln sich wieder von ihr ab", meint dazu Sebastian Schönauer, stellvertretender Vorsitzender des BN Bayern. Im Zwielicht stehe dabei die Position des unterfränkischen Landtagsabgeordneten Henning Kaul. "Bei uns ruft er die unterfränkische Bevölkerung auf, gemeinsam mit ihm gegen das Stauseeprojekt im Hafenlohrtal zu kämpfen, und in Thüringen spricht er sich für den Bau der Talsperre Leibis aus."
Angesichts der verfehlten und gescheiterten Fernwasserpolitik sprechen sich BUND Thüringen und BN Bayern dafür aus, das für den Bau der Talsperre Leibis vorgesehene Geld sinnvoller einzusetzen. Statt Hunderte Millionen Mark für den Weiterbau der Talsperre zu verschwenden, sollten diese Gelder den Thüringer Kommunen für die dringend notwendigen Rohrnetzsanierungen und Maßnahmen zur Sanierung örtlicher Wasservorkommen zur Verfügung gestellt werden. Statt für wenige Baugroßkonzerne kräftige Gewinne sicherzustellen sollten damit eine Vielzahl mittelständischer Betriebe unterstützt und Dauerarbeitsplätze geschaffen werden.


