Eisenach. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Thüringen e.V., bezeichnet in seiner jüngsten Presseerklärung den von Wirtschaftsminister Bohn für 1993 in Aussicht gestellten Baubeginn für das Pumpspeicherwerk Goldisthal als kurzsichtige Fehlentscheidung.
Die geplante Anlage sei Bestandteil eines veralteten Energiekonzeptes auf der Basis umweltbelastender Großkraftwerke mit einem Wirkungsgrad von lediglich 35%. Außerdem laufe das Vorhaben allen Ansätzen für eine zukünftig mehr dezentrale Energieversorgung in kommunaler Hand zuwider, die Monopolstellung einiger weniger "Energieriesen" werde sich somit noch verfestigen.
Die ökologischen Folgen für den Naturraum Thüringer Schiefergebirge seien angesichts der Dimension dieses Großprojektes noch nicht abschätzbar. Neben der massiven Belästigung der Einwohner der betreffenden Gemeinden durch den Baustellenbetrieb rechne man, so der BUND weiter, mit der Zerstörung des Landschaftscharakters, welchen man von einem Mittelgebirge erwarte. "Die diesbezüglichen Beschwichtigungen und die Inausichtstellung einer Touristenattraktion durch Minister Bohn sind lediglich Zweckpropaganda im Dienste der VEAG" gibt der Landesvorsitzende des BUND Thüringen, Ralf-Uwe Beck, zu bedenken. Die von den Investoren versprochenen 50 Dauerarbeitsplätze nach Fertigstellung des Kraftwerkes sind nach Aussagen des Umweltverbandes ein mehr als kläglicher Beitrag für die wirtschaftliche Belebung der Region.
Als energiepolitische Alternative zum Pumpspeicherwerk verweist der BUND schließlich auf den Bau von kleinen, kommunaleigenen Blockheizkraftwerken mit hohem Wirkungsgrad und umweltschonendem Betrieb.


