Eisenach/Meiningen. "Die Befürchtungen des BUND Thüringen sind nicht aus der Luft gegriffen." Mit diesen Worten reagierte der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, Michael Spielmann, auf Äußerungen des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Natur und Umwelt, wonach die Befürchtungen des BUND im Hinblick auf neue Talsperrenprojekte in Thüringen "völlig falsch und unbegründet" seien.
In einer heute veröffentlichten Presseerklärung stellte Spielmann klar, daß sich der BUND in seinen Aussagen zu möglichen Talsperrenplanungen für Südthüringen auf den aktuellen Entwurf des Regionalen Raumordnungsplanes Südthüringen und dem BUND Äußerungen des staatlichen Umweltamtes Suhl zum Regionalen Raumordnungsplan Südthüringen (RROP) stütze. So heiße es in einem Brief des Amtsleiters dieser Behörde an den BUND wörtlich: "...es ist richtig, daß die Standorte 'Quellbäche der Schmalkalde bei Kleinschmalkalden' und 'Engnitztal bei Hüttengrund' vom Staatlichen Umweltamt als Vorbehaltsflächen für Trinkwassertalsperren in den RROP Südthüringen eingebracht wurden".
Im Entwurf des Regionalen Raumordnungsplanes werde zudem die Ausweisung dieser Gebiete als Trinkwassergewinnungsgebiete u.a. damit begründet, daß dort - zusammen mit der Überleitung von Wasser aus der Vesser - täglich 120.000 Kubikmeter Wasser "entnommen und zu Trinkwasser aufbereitet werden" könnten. "Eine solche Wasserentnahme entspricht in der Menge fast der doppelten Kapazität der Talsperre Schönbrunn und wäre ohne den Bau von Talsperren nicht zu realisieren", so Spielmann. Der BUND habe demnach allen Grund für seine Annahme, daß mit diesen Festsetzungen im Regionalen Raumordnungsplan neue Talsperrenprojekte planerisch vorbereitet werden sollen.
"Wenn man den Beteuerungen aus dem Thüringer Umweltministerium Glauben schenken soll, daß an den Befürchtungen des BUND nichts dran ist, so ist der Minister persönlich aufgefordert, in seinem Haus für Ordnung zu sorgen und das ihm unterstehende Staatliche Umweltamt in Suhl wieder auf Linie zu bringen", so Spielmann abschließend.


