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Landesverband Thüringen e.V.

Netzbetreiber TenneT fährt die Energiewende an die Wand!

22. Februar 2019 | Energiewende, Klimawandel

BUND kritisiert SuedLINK-Planungen und schlägt Alternativen vor

Erfurt/ Fulda. Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat die Planung einer Vorzugstrasse für den Bau der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) SuedLINK vorgelegt. Der Bau der über 600 km langen HGÜ-Leitung mit 40 m Breite würde eine große Schneise in die Landschaft, Wälder und Felder schlagen. Die Forderung des BUND: Dezentral-regionale Energiekonzepte müssen die zentralistische Netzplanung ersetzen. Vor allem die Querung der wertvollen Lebensräume wie die des Nationalen Naturmonuments Grünes Band sind aus Sicht des BUND nicht hinnehmbar.

Dr. Werner Neumann, energiepolitischer Sprecher des BUND: „Der BUND beteiligt sich seit vielen Jahren an der Diskussion über den Stromnetzausbau, zuletzt bei einer Antragskonferenz im Mai 2017. Nun stellen wir fest, dass TenneT die vom BUND, sowie von Bürgerinitiativen, Kommunen und der Landesregierung von Thüringen vorgetragenen Einwände und Vorschläge weitgehend ignoriert. Das schafft kein Vertrauen und bestärkt uns in unserer Ablehnung.“ 

Der BUND fordert seit Jahren einen dezentralen Ausgleich fluktuierenden Wind- und Sonnenstroms durch örtliche Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung in regionalen Strommärkten. Windstrom aus dem Norden kann einfacher mittels der „Power-to-Gas“ Technik in bestehenden Gasleitungen in den Süden transportiert werden – um Strom und Wärme in Heizkraftwerken zu erzeugen. Dies würde mit einer höheren Versorgungssicherheit einhergehen, als die empfindlichen Riesenstromkabel bieten können. Fachkreise der Elektrotechnik wie die Universität Erlangen, Prognos AG, der VDE und Forschungen des Öko-Instituts haben längst aufgezeigt, dass auf diese Leitungen verzichtet werden kann. Gemeinsam mit der NERGIE AG, Nürnberg hatte sich daher der BUND im Oktober 2019 in Berlin gegenüber Bundestagsabgeordneten für eine dezentral basierte Energiewende ausgesprochen.

Werner Neumann: „Längst hat sich die Planung der HGÜ Leitungen verselbstständigt. Was die Netzbetreiber wie TenneT vorlegen, wird von der Bundesnetzagentur abgenickt.“ Der Bau von SuedLINK wurde auf europäischer Ebene vorgegeben, ohne jegliche Öffentlichkeitsbeteiligung. Die Bürgerbeteiligung hat daher kaum Einflüsse. Für Neumann steht fest: „SüdLINK dient einzig und allein Betreibern von Offshore-Windkraftanlagen, ihren Strom billig im Süden verkaufen zu können. Die Transport- und Schadenskosten werden verallgemeinert und müssen von allen bezahlt werden, die von dieser Leitung gar nichts haben. So fahren Altmaier und TenneT die Energiewende an die Wand.“ 

Ron Hoffmann, Vorsitzender des BUND Thüringen, erklärt: „Energiewende geht anders und besser als mit der Stromleitung SüdLINK. Die Stromnetzplanung muss völlig neu aufgesetzt werden. Wir setzen auf Bürgerenergie mit technischen Alternativen in einem neuen Strommarkt mit deutlich geringeren Naturschäden. Vor allem die Querung des Nationalen Naturmonuments Grünes Band ist für uns nicht hinnehmbar. Die geplanten Erdkabel erwärmen nachweislich den Untergrund und nehmen so Einfluss auf die sensiblen Lebensräume und deren Flora und Fauna.“

Am 27.02.2019 wird der BUND Thüringen bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Kreisverbandes Gotha und der Stadtwerke Gotha das BUND-Energiewendekonzept vorstellen, sowie Handlungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene erörtern. 

Datum:    Mittwoch, 27.02.17
Uhrzeit:   19.00 Uhr
Ort:          Café des Mehrgenerationenhauses Gotha
                 Hauptmarkt 17

Ansprechpartner für die Presse:
Robert Bednarsky
Ingenieur für Energietechnik
Landesvorstandsmitglied und Sprecher des Landesarbeitskreis Energie
Mobil: 0171/5625919
bednarsky(at)posteo.de

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