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Landesverband Thüringen e.V.

Generelles Tempolimit 130 km/h auf deutschen Autobahnen

08. März 2019 | Klimawandel, Lebensräume, Mobilität

BUND unterstützt Petition der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland

Erfurt. Der BUND Thüringen unterstützt die Petition der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland für ein generelles Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen. Ein Tempolimit sei ein sofort umsetzbarer und kostengünstiger Beitrag, um die CO2-Emissionen zu senken und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Durch die erhöhte Verkehrssicherheit profitierten vor allem die Autofahrer selbst. Eine Geschwindigkeitsreduzierung hätte laut Umweltbundesamt zudem positive Auswirkungen auf eine flächensparsamere und umweltschonende Trassierung.

„Wir fordern die Bürger in Thüringen auf, die Petition der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland zu unterstützen“, erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Wir mahnen die Umsetzung eines generellen Tempolimits schon seit Jahren an. Deutschland ist das einzige Land in der Europäischen Union ohne generelles Tempolimit auf Autobahnen. In mehr als der Hälfte der Mitgliedsstaaten gilt ein Tempolimit von 130 km/h. Jetzt wird es für Deutschland Zeit, nachzuziehen.“

Als Begründung führt der Verband vor allem die Einsparung von Treibhausgas-Emissionen an, die angesichts der drohenden Erderwärmung und der prognostizierten Folgen dringend geboten ist. Hoffmann: „Wir in Deutschland sind weit davon entfernt, das selbst gesteckte Klimaziel zu erreichen. Bis zum Jahr 2020 sollten die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent sinken. Die Bundesregierung selbst geht davon aus, dass dies verfehlt wird. Bei einem Tempolimit von 130 km/h kann von mindestens 2 Mio. Tonnen CO2-Einsparung ausgegangen werden. Und das sofort und nahezu kostenlos.“

Ein Tempolimit sorge zudem für einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss, sodass weniger Staus entstehen; auch können Kosten beim Bau von Autobahnen und für deren Unterhalt gespart werden. Es mindert zudem das Lärmaufkommen und den Reifenabrieb. Ein Tempolimit verbessert auch die Verkehrssicherheit spürbar. Ein Zusammenhang mit der Anzahl der Verkehrstoten ist statistisch nachweisbar: 2014 sind auf Strecken mit Tempolimit 15 Prozent weniger Personen bei einem Unfall gestorben; das ergab eine Auswertung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates.

„Als positiv schätzen wir auch die Auswirkungen auf den Flächenverbrauch durch Bau- und Ausbau des deutschen Straßennetzes ein“, so Hoffmann. „Durch das geringere Tempo sinken die Anforderungen an die Sicherheit der Straßenführung, beispielsweise durch Kurvenradien. Neue Trassen wäre so nicht nur wirtschaftlicher planbar, sondern könnten sich auch besser an den natürlichen Geländeverlauf anpassen. Außerdem wären einige Straßenausbaupläne sogar hinfällig. Viele sind nur vorgesehen, weil die Kapazitäten bei Beibehaltung vorhandener Geschwindigkeiten bereits erschöpft sind.“

Die Petition der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland läuft noch bis 03.04.2019 und kann hier unterzeichnet werden: epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2019/_01/_09/Petition_89913.nc.html. Das Ziel: 50.000 Unterschriften in 4 Wochen. Dann kommt es zu einer Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. 

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