Fehlender ICE war nicht "Killerkriterium" für Porsche-Entscheidung

23. September 1999 | Mobilität, Ressourcen & Technik, Naturschutz

BUND ruft zu mehr Sachlichkeit auf

Der fehlende ICE-Anschluß ist nicht das "entscheidende Killerkriterium" für die Nichtansiedlung des Porschewerkes in Erfurt, erklärte der Chef der Porsche-Presseabteilung, Christian Dau, am Donnerstag in Stuttgart gegenüber dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Thüringen. Dau bestätigte, dass die Entscheidung für Leipzig aus einem Mix an Gründen heraus getroffen worden sei. Der BUND ruft daher zu mehr Sachlichkeit in der Diskussion auf. Wenn Porsche sich für Leipzig als Standort entschieden hat, dann darf dies nun in Thüringen nicht als demagogische Kampagne gegen verkehrspolitische Entscheidungen der Bundesregierung mißbraucht werden, fordert der BUND.

Es ist auch nicht seriös, immer wieder zu behaupten, Erfurt sei nun ohne ICE vom Rest der Welt abgehängt. Diese Stimmungsmacher benutzen wahrscheinlich keine Züge. Denn erstens gibt es gut funktionierende IC-Anbindungen und zweitens wird es ja bereits im nächsten Jahr eine ICE-T Anbindung Erfurt-Kassel-Paderborn geben. Der BUND wiederholt seine ablehnende Haltung gegenüber einer ICE-Neubautrasse Nürnberg-Erfurt. Die Eingriffe in den Thüringer Wald sind zu gravierend. Statt unzumutbar hohe Kosten für schnellste Verbindungen mit wenigen Haltepunkten auszugeben, sollte mehr in die Mitte-Deutschland-Bahn, die Sachsen-Franken-Magistrale und in effektive Verbindungen innerhalb Thüringens investiert werden. 

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