Gemeinsames Symposium von BUND Thüringen und Naturkundemuseum Erfurt: "Intensive und fruchtbare Diskussion über Nationalpark Hainich"

24. Juni 1996 | Naturschutz, Lebensräume, Wälder

Auf dem von BUND Thüringen und Naturkundemuseum Erfurt durchgeführten Symposium "Nationalpark Hainich - Chance für Mensch und Natur?" waren sich die etwa 60 Teilnehmer am vergangenen Wochenende in Erfurt darüber einig, daß der "Nationalpark Hainich" beschlossen werden sollte. Die Thüringer Landesregierung wird aufgerufen, im August eine klare Entscheidung für die entsprechende Unterschutzstellung zu treffen. Lediglich über die Ausgestaltung des Nationalparks besteht nach Ansicht des BUND noch Diskussionsbedarf.

Einig waren sich die Teilnehmer nicht nur über die Schutzwürdigkeit des Hainich, sondern auch darüber, die Plenterwälder im nördlichen Hainich zu erhalten und weiterhin waldwirtschaftlich zu nutzen.

Eine Reihe von Vorträgen bot eine gute Grundlage für eine "intensive und fruchtbare Diskussion" zum Nationalpark Hainich. Professor Volker Schurig, Biologe, ging im Einführungsreferat auf die ökologische und politische Sonderrolle ein, die der Nationalpark Hainich spielen würde. Von seinen Erfahrungen auf dem Hochharz mit möglichen Problemen in einem Nationalpark berichtete Dr. Uwe Wegener, stellvertretender Leiter des Nationalpark Hochharz. Dr. Harald Braun vom Landratsamt des Unstrut-Hainich-Kreises erläuterte die Rolle eines Nationalparkes als eines von drei Standbeinen zur Stabilisierung der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Kreises. Am Nachmittag machte Michael Hüge vom VDF mit seinen Diafotos vom Hainich Appetit auf die samstägsliche Exkursion. Dr. Lebrecht Jeschke vom Nationalparkamt Mecklenburg-Vorpommern erörterte die besondere Qualität des Buchenwaldgebietes aus vegetationskundlicher Sicht.

Zu herrlichen Naturwaldbeständen führte Michael Hüge die Exkursionsteilnehmer am Samstag. Forstamtsleiter Hubertus Biel zeigte die Schönheit der genossenschaftlichen Plenterwälder und berichtete von deren ökologischen Schwierigkeiten seit der Wende.

Erwähnenswert ist, daß die Veranstaltung vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt gefördert wurde. 

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