Erfurt. Mit einer Protestaktion hat heute der Landesverband Thüringen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine Kritik an der im Thüringer Wald geplanten Talsperre Leibis erneuert. Mitglieder des Umweltverbandes errichteten eine symbolische Staumauer aus Pappkartons vor dem Eingang der Thüringer Staatskanzlei und entrollten Transparente, auf denen formuliert wurde: „Jeder weiß es: Leibis ist ein Skandal!" Anlaß für diese Aktion des BUND ist der unlängst vorgelegte Planfeststellungsbeschluß zum Weiterbau der Talsperre Leibis.
„Mit dieser Aktion wollen wir nicht nur gegen die drohende Zerstörung des Lichtetales demonstrieren, sondern auch gegen die Denkblockade in der Köpfen der politisch Verantwortlichen", so Ralf-Uwe Beck, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. "Wir sind mit unserem Protest direkt vor die Staatskanzlei gezogen, weil die Verantwortung für diese Fehlentscheidung bei der Thüringer Landesregierung liegt. Ministerpräsident Vogel, der gerne davon spricht, daß unter seiner Regierung das moderne Thüringen entsteht, setzt sich mit der Talsperre Leibis ein Denkmal für eine Wasserpolitik von vorgestern und macht sich zum Vollstrecker der alten DDR-Gigantonomie". Die Entscheidung für Leibis sei entgegen aller offizieller Darstellung nicht fachlich begründet, sondern - so der BUND - „rein politisch“.
Mitverantwortung für dieses „Desaster auf Kosten der Steuerzahler und der Umwelt“ trägt nach Ansicht des BUND jedoch auch die Thüringer SPD: Neben dem Konterfei des Thüringer Ministerpräsidenten findet sich auch der Kopf des Thüringer SPD-Vorsitzenden und Innenministers, Dr. Richard Dewes, auf übergroßen Kopien von Leibis-Geld-Scheinen, mit denen die Umweltschützer die symbolische Staumauer beklebt haben. Damit weist der BUND auf für die „finanziellen Risiken und Nebenwirkungen“ hin, die der Weiterbau des umstrittenen Projektes nach Ansicht des BUND hat.


