Kein CCS in Thüringen! Pressekommentar des BUND Thüringen zur Debatte um CCS (Carbon Capture and Storage)

03. September 2025 | Naturschutz, BUND, Energiewende

Der BUND Thüringen warnt eindringlich vor Plänen, Thüringen zu einem Standort für die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid (CCS) zu machen. Anlass ist die jüngste Aussage von Thüringens Umweltminister Tilo Kummer, der als einziger Landesumweltminister CCS im eigenen Bundesland nicht ausschließt.

Mit der Diskussion über potenzielle Lagerstätten in Thüringen wird unser Bundesland faktisch zur „CO₂-Deponie der Nation“ erklärt. Wir lehnen dies entschieden ab. Thüringen braucht Investitionen in echten Klimaschutz – nicht in die riskante Endlagerung eines Problems, das an der Quelle gelöst werden muss.

Die Vergangenheit zeigt, wie trügerisch Versprechungen von „sicheren Technologien sind“: Auch die Laugenverpressung durch K+S galt einst als sicher – bis zahlreiche Trinkwasserbrunnen versalzen waren.

Statt die dringend notwendige Transformation hin zu erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und klimaneutraler Produktion zu beschleunigen, verschafft CCS fossilen Konzernen eine Lizenz zum Weitermachen. Milliarden an Fördergeldern drohen in eine Sackgasse zu fließen und fehlen dann bei echten Zukunftstechnologien.

Die Nutzung unseres Untergrundes ist bereits hoch umkämpft: Bergbau, Laugenverpressung, Sondermülllagerung. Vor allem aber gewinnt die Geothermie als klimafreundliche Energiequelle immer mehr an Bedeutung, Thüringen als CCS-Lagerstätte würde dies nachhaltigen Nutzungen verdrängen und blockieren.

Position des BUND Thüringen

  • CCS ist ein teures, riskantes und unnötiges Ablenkungsmanöver.
  • CCS verlängert das fossile Zeitalter, statt es zu beenden.
  • CCS gefährdet Trinkwasser, Umwelt und Zukunftstechnologien.
  • Thüringen braucht Investitionen in echte Klimaschutzmaßnahmen, nicht in eine CO₂-Endlagerung.

Weitere Informationen

Pressekontakt:
Anne Werner | Kerstin Neumann, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 361 5550314; Mobil: 0176 13338564 oder 0176 13338510, presse(at)bund.net

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