Lebendige Erinnerungskultur: Internationales Jugendcamp am Grünen Band Europa erfolgreich abgeschlossen

22. Juli 2025 | BUND, Grünes Band

Gruppenbild der Teilnehmenden des internationalen Jugendcamps am Grünen Band  (Eulefilm)

Gemeinsam mit Partnern aus dem Nationalpark Örseg in Ungarn und der Gemeinde Šalovci in Slowenien veranstalteten der BUND und die BUNDJugend Thüringen ein internationales Jugendcamp im Dreiländereck Österreich, Ungarn, Slowenien.

Erfurt, Markovci, Öriszentpeter. Vom 14. bis 20. Juli 2025 erkundeten 18 Jugendliche aus Deutschland, Ungarn und Slowenien gemeinsam Natur und Geschichte am Grünen Band Europa. Zu Fuß, mit dem Fahrrad und dem Schlauchboot entdeckten sie Relikte des ehemaligen Eisernen Vorhangs, wanderten durch artenreiche Blühwiesen und beobachteten Fledermäuse, Schmetterlinge und Nachtfalter. Sie besuchten Grenzlandmuseen und Gemeindeprojekte und halfen bei der Verarbeitung von Buchweizentee und Lavendelseife.

„Mit unseren Partnern am Grünen Band Europa stellen wir immer wieder fest, dass sich die Probleme für den Naturschutz in den ehemaligen Grenzregionen ähneln und es oft viel Engagement und kreative Lösungen braucht“, so Karin Kowol, Projektleiterin des Grünen Bandes in Thüringen. „So gehen beispielsweise viele wertvolle Blüh- und Feuchtwiesen verloren, weil die traditionell wirtschaftenden Landwirte und Landwirtinnen älter werden und jüngere Menschen abwandern. Der Klimawandel und die Ausbreitung invasiver Arten tun ihr Übriges. Aber man stößt auch auf engagierte Akteure vor Ort: Begeisterte junge Menschen, die sich in diese entlegenen Gebiete verlieben und untereinander austauschen, sind vielleicht ein Hoffnungsschimmer.“

Das länderübergreifende Camp ist nicht das erste seiner Art. Junge Menschen aus Ungarn, Slowenien und weiteren Ländern waren bereits 2019 am Grünen Band in Thüringen und wollen nächstes Jahr zum Workcamp bei Titschendorf wiederkommen.

Hintergrund:

Nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa war durch den sog. Eisernen Vorhang geteilt. Im Schatten der menschenfeindlichen Grenze entwickelte sich unbeabsichtigt ein einzigartiger Rückzugsraum für die Natur, der noch immer eine Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten beherbergt. Bereits 1989 initiierten Vogelkundler des BUND, die bereits in den 1970er Jahren die unerwartete Artenvielfalt im Todesstreifen erkannt hatten, ein Treffen von Naturschützenden aus Ost- und Westdeutschland und initiierten das Projekt „Grünes Band“. Die Region, in der das diesjährige Jugendcamp stattfand, hat dabei eine besondere historische Bedeutung: Unweit der Partner-Naturparke Raab, Örseg und Goricko wurde vor 30 Jahren, im Sommer 1995, mit dem Abbau ungarischer Sperranlagen zu Österreich die erste Weiche für den Fall des Eisernen Vorhangs gelegt. Beim sog. Paneuropäischen Picknick startete die Massenflucht von DDR-Bürgern und -bürgerinnen in den Westen, welche letztlich zum Fall der innerdeutschen Grenze führte. Und auch das erste internationale Treffen am Grünen Band Europa fand 2004 an der österreichisch-ungarischen Grenze statt.

Gefördert wurde das Jugendcamp im Rahmen des BESTbelt-Projektes „Borders Separate – Nature Unites – European Green Belt Youth Encounters“.

Pressebild zum Download
Bildunterschrift: Gruppenbild der Teilnehmenden des internationalen Jugendcamps. Das Denkmal markiert das 3-Ländereck Österreich-Ungarn-Slowenien.
Credit: Eulefilm

Ansprechpartnerinnen:

Pressekontakt:
Anne Werner | Kerstin Neumann, Tel.: 0361 5550314, Mobil: 0176 13338564 oder 0176 13338510, presse(at)bund-thueringen.de

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Das Grüne Band bezeichnet das einzigartige Biotop, dass durch den ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen entstanden ist. Eine Naturoase quer durch Deutschland, die sich vom Todesstreifen zur Lebenslinie entwickelt hat. Jetzt liegt es an uns, es zu schützen!

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