Der im Juni eingefangene Luchs Baron hat die erste Etappe seiner Rückkehr in die Wildnis gemeistert: Im Rahmen des Projekts „Luchs Thüringen“ hat der BUND Thüringen gemeinsam mit seinen Partnern die notwendigen Schritte hierfür koordiniert. Nach mehrwöchiger Pflege in der Wildtierauffangstation des Alternativen Bärenparks Worbis konnte er nun in das Auswilderungsgehege im Thüringer Wald gebracht werden. Dort soll er sich einige Tage eingewöhnen, bevor er endgültig in die Freiheit entlassen wird.
Dr. Markus Port, Luchsexperte beim BUND Thüringen: „Nach seiner Zeit in der Auffangstation war es wichtig, Baron sicher und stressarm in sein neues Umfeld zu bringen, damit er die besten Voraussetzungen hat, bald wieder selbstständig in der Wildnis zu leben. Der Transport verlief reibungslos, und ich bin zuversichtlich, dass er sich gut eingewöhnen wird. Mein Dank gilt dem Team des Bärenparks Worbis und der Jägerschaft vor Ort, die uns auf diesem Weg tatkräftig unterstützt haben.“
Baron wurde zuvor in der Umgebung von Bockstadt mehrfach beobachtet. Da der junge Luchs stark abgemagert wirkte, entschied das Projektteam „Luchs Thüringen“ in Abstimmung mit der örtlichen Jägerschaft, ihn einzufangen. Der junge Luchs wog nur acht Kilogramm – etwa die Hälfte des Normalgewichts in seinem Alter – und kam noch am selben Tag in die Rehabilitationsanlage des Bärenparks Worbis. Dort konnte er medizinisch versorgt und wieder aufgepäppelt werden. Inzwischen bringt Baron 14 Kilogramm auf die Waage und konnte daher in das Auswilderungsgehege überführt werden.
Seinen Namen erhielt er von den beim Fang involvierten Jägern aus Bockstadt. Die Wahl fiel auf „Baron“ – eine Anlehnung an Baron Hermann August von Münchhausen, Erbauer des Alten Schlosses in Bockstadt, dessen Gelände dem Luchs zeitweise als Unterschlupf diente.
„Woher Baron stammt, ist unklar. Möglich ist, dass er zu dem 2024 nachgewiesenen Luchsnachwuchs bei Masserberg gehört – dem ersten im Thüringer Wald seit über 150 Jahren“, erläutert Port.
Hinweis: Das Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs ist die zuständige Stelle für Meldungen von Luchsbeobachtungen. Wer in Thüringen einen Luchs beobachtet, sollte die Sichtung direkt dort melden. Dies hilft bei der Überwachung der Luchspopulation und dem Schutz dieser scheuen Tiere.
Weitere Hintergrundinformationen sind unter www.luchs-thuerigen.de verfügbar.
Das Projekt wird im Programm „Förderung von Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“ umgesetzt und vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten gefördert. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Freistaats Thüringen sowie aus ENL-Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).
Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.
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