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Landesverband Thüringen e.V.

Naturschutzorganisationen begrüßen Einigung zu Waldwildnis in Thüringen

04. Dezember 2018 | Wälder

Erfurt. Die Naturschutzorganisationen BUND Thüringen, NABU Thüringen, WWF Deutschland und Zoologische Gesellschaft Frankfurt begrüßen gemeinsam mit der Bürgerinitiative „ProKyffhäuserwald“ die Einigung zur Umsetzung des Waldwildnisziels in Thüringen. Die Einrichtung eines 1.000 ha großen Naturwaldes im Possen und der endgültige Verzicht auf forstliche Nutzung auf fünf Prozent der Waldfläche in Thüringen ist ein beachtenswerter Beitrag zum Erhalt der Biologischen Vielfalt im Wald.

 „Mit der gemeinsamen Entscheidung des Umweltministeriums und des Forstministeriums setzt Thüringen auch auf nationaler Ebene Maßstäbe für den Erhalt unserer Wälder“, sagt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Der Naturwald am Possen erreicht mit 1.000 Hektar eine Fläche, auf der sich die Dynamik natürlicher Waldentwicklung ungehindert entfalten kann. Damit entsteht eine Referenzfläche, welche in Zeiten des Klimawandels von unschätzbarem Wert ist.“

„Als ‚Urwald von morgen‘ wird sich der Possen zukünftig in eine Perlenkette von Urwäldern einreihen, welche vom Schwarzatal, über das Vessertal, den Nationalpark Hainich bis zur Hohen Schrecke reichen“, macht Jochen Schaub vom WWF deutlich. „Von einer ruhenden Motorsäge im Possenwald profitieren also nicht nur Tiere und Natur, sondern auch der Tourismus“, ergänzt Dirk Trute, Sprecher der Bürgerinitiative „ProKyffhäuserwald“.

 „Waldwildnis ist ein entscheidender Baustein zur Erhaltung der Artenvielfalt im Wald“, betont Martin Schmidt, Landesvorsitzender des NABU Thüringen. „Viele Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen sind auf eine vom Menschen unbeeinflusste, natürliche Waldentwicklung angewiesen, in der alle Waldstadien repräsentiert sind. So entstehen wichtige Lebens- und Rückzugsräume. Deshalb ist das jetzt entstehende Mosaik von genutzten und ungenutzten Waldflächen so wertvoll für Thüringens Wälder.“

 Manuel Schweiger, Wildnisreferent der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt macht deutlich, dass die Bedeutung über die Landesgrenzen hinausgeht: „Wir haben eine internationale Verantwortung für unsere Buchenwaldökosysteme. Auf fünf Prozent dürfen sich die Wälder in Thüringen fortan wieder regenerieren und natürlich entwickeln. Das ist ein wichtiger Beitrag für den Schutz der europäischen Buchenwälder, deren Verbreitungsschwerpunkt hier bei uns liegt.“

 

 

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