Eisenach. Für den ersten, knapp 20 km langen Abschnitt der Thüringer-Wald-Autobahn sei das Planfeststellungsverfahren eröffnet worden, teilt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen (BUND Thüringen) in einer Presseerklärung mit. In den kommenden Monaten sollen im Raum Arnstadt die rechtlichen Grundlagen für den Baubeginn der sogenannten Bündelungsstrecke, also für die Transitautobahn A 81 und die ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke geschaffen werden.
Die Verkehrsplaner hielten damit an zwei der umstrittensten Verkehrsprojekte "Deutsche Einheit" fest. Beide seien mit unabwägbaren ökologischen Risiken verbunden und zudem total unterfinanziert.
"Es ist nichts entschieden! Im Planfeststellungsverfahren haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Einwendungen zu formulieren und diese an das Landesverwaltungsamt zu richten, wenn sie sich von den Projekten betroffen fühlen, etwa durch die Verhunzung ihrer Heimat, die Verlärmung ganzer Landstriche, die weitere Bedrohung der Lebensgrundlagen", so Frank Henkel, stellv. Vors. des BUND Thüringen.
Insbesondere der Land- und Forstwirtschaft drohten enorme Flächenverluste. Zu dem Flächenverbrauch durch den Bau selbst , käme ein erheblicher Bedarf an Deponieraum, der im Raumordnungsverfahren nicht ausreichend behandelt sei.
Über 5,7 Mio m3 Erdmassen würden beim Bau der A 81 und A 73 anfallen und müßten deponiert werden. "Allein dafür müßte eine 114 ha große Fläche 5 m hoch aufgeschüttet werden", rechnet Henkel vor.
Der BUND fordert die Land- und Forstwirtschaft auf, die Flächenansprüche nicht einfach jeweils auf den anderen abzuwälzen, sondern gemeinsam politischen Druck gegen die Zerstörungsprojekte laut werden zu lassen.
Grundsätzlich hätten Grundeigentümer das Recht, sich gegen Enteignungen zur Wehr zu setzen. Dies gelte insbesondere für Landwirte, die in ihrer Existenz bedroht seien, aber auch in ihrer Planungshoheit beschnittene Gemeinden. Dazu sei es allerdings notwendig, im laufenden Planfeststellungsverfahren Einwendungen als sachliche Grundlage für ein gerichtliches Vorgehen zu erheben.
"Wir werden den Widerstand verbreitern. Mehrere Grundeigentümer haben bereits Klagebereitschaft signalisiert. Unsere Aktion 'Einspruch, denn es ist noch nichts entschieden!' hat beispielhafte Resonanz. Wir versprechen den Planern einen hindernisreichen Weg", so Ralf-Uwe Beck, Landesvorsitzender des BUND Thüringen.


