Landesverband Thüringen e.V.
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Rücksicht im Wald – Abstand wahren zu Wildkätzchen & Co.

17. Mai 2021 | Wildkatze, Lebensräume

Berlin/ Erfurt. In diesen Wochen ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) besonders zu Aufmerksamkeit und Rücksicht im Wald auf. Viele Jungtiere, auch von gefährdeten Arten wie der Europäischen Wildkatze, sind bereits in den Wäldern unterwegs. Der Verband fordert Spaziergängerinnen und Spaziergänger auf, Abstand zu halten und die Tiere nicht unnötigem Stress auszusetzen.

Thomas Mölich, Wildkatzenexperte beim BUND Thüringen: „Besonders bei den Wildkätzchen besteht eine große Gefahr, dass sie mit Hauskatzen verwechselt und mitgenommen werden.“ Da Wildkatzen nicht nur in abgelegenen Wäldern vorkommen, sondern mancherorts auch recht nah an Städten, empfiehlt der BUND dringend, Katzenjungen nicht zu nahe zu kommen.

Ein Mitnehmen bedeute für die Tiere unnötigen Stress und große Risiken. Mölich: „In Menschenhand drohen den jungen Wildkatzen gefährliche Hauskatzen-Krankheiten. Bestenfalls steht ihnen ein langer und mühevoller Weg der Wiederauswilderung bevor. Oft gelingt dieser leider nicht. “ Als geschützte Wildtiere dürfen sie zudem nicht ohne Not aus dem Wald mitgenommen werden.

Die Zahl der aufgelesenen Wildkätzchen ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. „Wir gehen davon aus, dass wir noch mehr Hinweise bekommen werden“, so Mölich. „In der Zeiten der Pandemie haben viele Menschen die Natur vor ihrer Haustür als Erholungsort entdeckt. Doch damit wird es in den Wäldern immer voller und damit auch der Stress für die Wildkatzen und ihre Jungtiere.“

Der BUND Thüringen empfiehlt dringend, zu Jungtieren Abstand zu wahren und sie in Ruhe zu lassen. In der Regel sind die Muttertiere gerade auf der Jagd oder warten in der Nähe ab. „Außerdem sollte man Hunde im Wald unbedingt anleinen. Sie stellen für die Jungtiere eine große Gefahr dar“, betont Mölich. „Im Zweifelsfall bitte an den BUND Thüringen oder an die zuständigen Försterleute oder die Jägerschaft wenden.“

Der BUND setzt sich mit seinem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ für den Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze in Deutschland ein. Bundesweit untersuchen die Naturschützenden die Entwicklung der Bestände und setzen sich für die Vernetzung der Lebensräume der Wildkatze ein.

Mölich: „Wer mit den sonst scheuen Tieren bedenkenlos auf Tuchfühlung gehen möchte, kann dies im BUND Wildkatzendorf Hütscheroda tun. Das Themendorf am Rande des Nationalparks Hainich in Thüringen bietet mit seiner Infoscheune, den weitläufigen Gehegen und den Wanderwegen in den Nationalpark einen in Deutschland einmaligen Anlaufpunkt für (Wild-)Katzenfreunde. Besucherinnen und Besucher erwartet neben den Wildkatzen auch ihr großer Bruder, der Luchs.“

Mehr Informationen zum BUND Wildkatzendorf Hütscheroda:
www.wildkatzendorf.de

Mehr Informationen und Kontakt, wenn Wildkatzenjungen gesichtet werden:
www.bund.net/wildkatze

Einen Überblick über die aktuelle Wildkatzenverbreitung in Deutschland sowie die Vision für den Waldverbund für Wildkatze & Co. finden Sie unter:
www.wildkatzenwegeplan.de

Wildkatzenfotos und druckfähige Verbreitungskarte der Europäischen Wildkatze in Deutschland:  www.bund.net/wildkatzenfotos

Kontakt:
Thomas Mölich, Wildkatzenexperte des BUND Thüringen

Tel.: 036254-879250
E-Mail: thomas.moelich(at)bund.net

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