Sommersmog-Verordnung läßt auf sich warten

12. Mai 1995 | Umweltgifte, Mobilität

BUND fordert: Minister Sklenar soll sich positionieren

Eisenach. Der Landesverband Thüringen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert Umweltminister Volker Sklenar (CDU) auf, sich unverzüglich für eine wirksame Sommersmog-Verordnung einzusetzen. "Wir erwarten, daß sich der Thüringer Umweltminister im Interesse der Bevölkerung positioniert und sich zumindest der Initiative der SPD-regierten Bundesländer für Maßnahmen zur Reduzierung erhöhter Ozonwerte anschließt", so der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, Michael Spielmann, in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung.

Die Bundesländer Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein hatten auf der heute zuendegegangenen Umweltministerkonferenz in Dessau angekündigt, in diesem Sommer Maßnahmen in eigener Verantwortung zum Schutz vor Ozon zu ergreifen, falls die Bundesregierung bis Ende Mai keinen tauglichen Gesetzentwurf vorlegt.

Dabei dürfe Thüringen nicht abseits stehen. "Baldige Taten sind notwendig, denn die neue Ozonsaison hat bereits begonnen", so Spielmann.

Der BUND Thüringen plädiere nachdrücklich für einen Grenzwert von 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft. Bei diesem Wert müßten Geschwindigkeits- und Verkehrsbeschränkungen sowie Fahrverbote in Kraft treten. Dabei solle nicht zwischen Autos mit Katalysator und Pkw ohne Kat unterschieden werden, da in der Praxis eine solche Differenzierung kaum zu kontrollieren und leicht zu umgehen sei. 

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