Startschuss für umfassendes Luchsmonitoring in der Hainichregion

28. März 2018 | Lebensräume, Wälder

Ministerin Siegesmund stellt erste Fotofalle scharf

 (Siegfried Richter)

Nationalpark Hainich/ Erfurt. Ein umfassendes Luchsmonitoring in der Hainich-Region wurde heute durch die Wildtierland Hainich gGmbH und den BUND Thüringen gestartet. Ministerin Siegesmund hat dazu die erste Fotofalle scharf gestellt. Insgesamt 20 Kameras sollen in Zukunft Luchse im Hainich und dem angrenzenden Werra – Bergland automatisch erfassen. Das charakteristische Fellmuster ermöglicht die individuelle Zuordnung der Schnappschüsse zu einzelnen Tieren. Dadurch lässt sich klären, wie viele verschiedene Tiere in der Region umherstreifen, woher sie kommen und ob der Hainich auch für die Fortpflanzung der Katzen eine Rolle spielt. Die Ergebnisse sollen auch mit anderen wissenschaftlichen Projekten innerhalb Thüringens sowie im Harz und in Hessen abgeglichen werden.

„Die Rückkehr des Luchses nach Thüringen ist ein großer Erfolg für den Artenschutz. Wir tragen für die europaweit streng geschützte Art große Verantwortung, der wir uns gern stellen. Der Hainich ist wichtiger Lebensraum und Brücke zwischen den Luchspopulationen in Harz und Bayrischem Wald. Ich hoffe, mit dem Monitoring gelingt der Nachweis, dass unser Nationalpark auch Kinderstube der Luchse ist“, sagte die Ministerin heute im Nationalpark Hainich“

„Ohne die Unterstützung vor Ort, vor allem durch die Jäger in der Region, das Forstamt Hainich-Werratal, die Naturpark- und Nationalparkverwaltung und auch die privaten und kommunalen Waldbesitzer wäre ein Projekt auf so großer Fläche nicht möglich“, so BUND Säugetierexperte Thomas Mölich, der die Wildtierland Hainich gGmbH bei diesem Projekt berät. Alle Akteure seien daran interessiert, objektive Informationen zu Bestand und Verhalten dieser größten wilden Katzenart Europas für die Region zusammenzutragen und sachlich darüber zu informieren.

 „Für den mittleren und nördlichen Hainich und das westlich angrenzende Werratal werben wir als Forstamt bei den Waldeigentümern und den Jägern für das Projekt. Unsere Förster stehen sowohl für die Jäger und Waldeigentümer als auch für die Projektmitarbeiter als Ansprechpartner und Mittler zur Verfügung“, sagt Forstamtsleiter Dirk Fritzlar.

„Zur Zeit läuft auch die Planung für ein Luchsgehege und die Einbeziehung des Luchses in die Ausstellung der Wildkatzenscheune  - dies ist der zweite Baustein des Projekts, der  vielen Menschen Gelegenheit geben wird, sich zum Thema Luchs erlebnisreich schlau zu machen “ sagte Claudia Wilhelm, Geschäftsführerin im Wildkatzendorf Hütscheroda.

Fachlich wird das Projekt durch das BUND Wildkatzenbüro, die Nationalparkverwaltung Hainich, das Sachgebiet Waldnaturschutz der Thüringenforst AöR sowie die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie  unterstützt. Ansprechpartner für das Luchsprojekt ist Herr Johannes Raue, Wildkatzendorf Hütscheroda, 036254/865180, johannes.raue@wildkatzendorf.de.
Das Projekt wird gefördert mit Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates Thüringen im Rahmen des Programms „Entwicklung von Natur und Landschaft“ (ELER-Förderung - Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete). 

 

Ansprechpartner für die Presse:
Thomas Mölich, BUND Wildkatzenbüro, 036254/879250, wildkatze@bund.net  

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