Tränende Augen, Hustenreiz, Atemprobleme - BUND Thüringen informiert über Smog

13. Juni 1996 | Umweltgifte, Mobilität

"Auch in diesem Jahr erhöht sich die Zahl derer, die aufgrund der Ozonbelastung mit bleibenden gesundheitlichen Schäden zu rechnen haben", so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Thüringen in einer heute veröffentlichten Presseerklärung.

"Ozonsmog" sei die übermäßige Konzentration des Reizgases Ozon in Bodennähe, entstanden durch hohe Konzentrationen von Schadstoffen in unserer Atemluft. Vor allem Stickoxide und flüchtige Kohlenwasserstoffe würden bei intensiver Sonneneinstahlung (UV-Strahlung) zu diesem gefährlichen Reizgas reagieren.

Erste Wirkung sei schon bei 40 Mikrogramm/Kubikmeter durch Wahrnehmung des Geruchs zu verzeichnen, allerdings setze sehr schnell ein Gewöhnungseffekt ein, der dies leicht wieder vergessen mache. Ab einer Konzentration von 70 Mikrogramm/Kubikmeter sei der Pflanzenwuchs nachweislich beeinträchtigt und es können erste Symptome einer "Ozonvergiftung" auftreten (Augenreizung). Bei einer Konzentration von 120 Mikrogramm/Kubikmeter seien Kopfschmerzen und irreversible Schäden der Lunge, vor allem bei Kleinkindern und älteren Menschen, möglich. Während eine derartige Dosis von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Grenzwert vorgeschlagen worden sei, nenne die VDI -Richtlinie in Deutschland dies eine "tolerierbare Dosis". Erst ab 180 Mikrogramm/Kubikmeter würde ein Hinweis durch bundesdeutsche Behörden erfolgen und Verhaltensempfehlungen ausgesprochen. Eine Warnung der Bevölkerung und Fahrverbote würden erst bei einer Konzentration von 240 Mikrogramm/Kubikmeter von den Bundesbehörden erfolgen.

Der BUND Thüringen fordere daher die Thüringer Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für eine Verschärfung der Ozonverordnung von 1995 einzusetzen und den Richtwert der WHO zu übernehmen. Zudem solle sie verstärkt die Möglichkeit nutzen auf Landesebene schon bei geringerer Konzentration und um Vorfeld besonders belastender Tage Fahrverbote und Verhaltensempfehlungen auszusprechen.

Aber auch jeder einzelne könne zur Vermeidung von Smog beitragen. „Wenn man anstatt immer mit dem Auto zu fahren, haüfiger die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, mit dem Fahrrad fährt oder zu Fuß geht, ist der Umwelt mehr geholfen als wenn man in jedes Auto einen Katalysator einbaut;" so Müller abschließend. 

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