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Ungenehmigtes Wehr für Talsperre Leibis? - BUND Thüringen erstattet Anzeige gegen Schwarzbau

09. März 1994 | Ressourcen & Technik, Flüsse & Gewässer

Eisenach. Der Arbeitskreis Wasser des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Thüringen, hat heute Anzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts einer ungenehmigten Baumaßnahme bei Katzhütte (LKr. Neuhaus am Rennweg) erstattet. Diese Baumaßnahme stehe offenbar im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Bau der Talsperre Leibis, so der BUND Thüringen.

In dem kleinen Gebirgsfluß Katze sei ein Wehr errichtet worden, welches nach Inbetriebnahme offensichtlich Wasser durch den Katze-Stollen in den Stauraum der vorgesehenen Talsperre Leibis leiten solle. Für solche Baumaßnahmen in Gewässern sei nach §31 des Wasserhaushaltsgesetzes ein Planfeststellungsverfahren notwendig. Im Rahmen solcher Verfahren müßten die Träger öffentlicher Belange und die anerkannten Naturschutzverbände wie der BUND Thüringen gehört werden. Dies sei jedoch nicht geschehen, so daß es fraglich sei, inwieweit ein ordnungsgemäßes Planfeststellungsverfahren durchgeführt worden sei und ob überhaupt eine Genehmigung für den Bau des Wehres vorliege.

Dazu sagte heute Jens Krause, Sprecher des Arbeitskreises Wasser im BUND Thüringen: "Sollte sich der Verdacht bestätigen, daß es sich bei diesem Wehr um einen ungenehmigten Schwarzbau handelt, so drängt sich die Frage auf, inwieweit für den Bau der Trinkwassertalsperre Leibis überhaupt ein ordnungsgemäßes Planfeststellungsverfahren vorgesehen ist." Der Eindruck entstehe, daß durch das schrittweise Schaffen von Tatsachen ein möglicher Ausstieg aus dem umstrittenen Projekt verhindert werden solle, so Krause. 

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