Eisenach. Der Landesrechnungshof soll prüfen, ob für den Weiterbau von Leibis öffentliche Gelder verschwendet werden. Dazu ruft ihn der Landesverband Thüringen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in einem offenen Brief auf. Es soll auch überprüft werden, ob nicht mit dem Weiterbau Haushaltsgrundsätze wie Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit verletzt werden, teilt der BUND in einer heute veröffentlichten Presseerklärung mit.
"Es ist weder ökologisch noch finanzpolitisch sinnvoll, während der Bedarf überprüft wird, gleichzeitig weiterzubauen und damit öffentliche Gelder zu investieren", so Michael Spielmann, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Laut Koalitionsbeschluß vom November 94 soll spätestens im Mai 95 von einem Sachverständigengremium die gegenwärtige Wasser- und Abwasserstrategie in Thüringen auf Wirtschaftlichkeit und Plausibilität überprüft sein. Erst auf Grundlage des Ergebnisses sollen dann Entscheidungen für oder gegen den Weiterbau von Leibis fallen.
"Wir vermuten, daß mit dem Weiterbau einfach Fakten geschaffen werde sollen", so Michael Spielmann, "die einen Ausstieg aus dem Projekt verhindern sollen".
Der BUND Thüringen habe außerdem Landesregierung und Thüringer Talsperrenverwaltung bereits mehrfach aufgefordert, ein Konzept zur Renaturierung des Lichtetals zu erstellen und die Kosten dafür denen des Weiterbaus gegenüberzustellen. Dies sei bislang anscheinend ebensowenig ge-schehen wie eine Kosten/Nutzen-Analyse des Bauwerks.
Nach Ansicht des BUND sei der Trinkwasserbedarf nicht geeignet, den Weiterbau zu legitimieren. Dies dokumentiert er in seiner Stellungnahme zur "Prognose Trinkwasserbilanz Thüringen".


