Wildkatzen brauchen unsere Hilfe – Mitmachen zum Weltkatzentag

06. August 2025 | Wildkatze

Junge Wildkatzen Junge Wildkatzen  (Thomas Stephan / BUND)

BUND ruft zum Schutz der Europäischen Wildkatze auf und zeigt, wie jede und jeder helfen kann

  • Wildkatzengerechte Lebensräume aktiv mitgestalten
  • Aktionen zum Schutz am Weltkatzentag
  • Freigänger-Katzen kastrieren, um Verpaarung mit Wildkatzen zu vermeiden

Erfurt. Zum Weltkatzentag am 8. August ruft der BUND alle Menschen dazu auf, sich für den Schutz der Europäischen Wildkatze und ihren Lebensraum zu engagieren. Mit bundesweiten Mitmachaktionen – von öffentlichen Pflanzfesten bis zum Wildkatzenlauf – zeigt das Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“, gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt, wie Hilfe für das bedrohte Wildtier ganz konkret aussehen kann.

Die Europäische Wildkatze ist eine wilde Verwandte unserer Hauskatze – und eine wahre Überlebenskünstlerin. Nach ihrer fast vollständigen Ausrottung durch den Menschen schleicht sie heute wieder durch viele Teile Deutschlands – auch dank jahrzehntelanger Schutzbemühungen. Doch sie bleibt gefährdet: Zerschneidung der Landschaft durch den Straßenverkehr, Verlust des Lebensraums und Vermischung und Verwechslung mit Hauskatzen setzen ihr weiter zu.

Zum Weltkatzentag am 8. August ruft der BUND deshalb zu mehr Engagement für die Wildkatze auf. Thomas Mölich, Leiter des Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“ beim BUND Thüringen, erklärt: „Auch wenn sie unseren Hauskatzen zum Verwechseln ähnlichsieht: Die Europäische Wildkatze lebt sehr versteckt und zeigt sich nur sehr selten. Dennoch kann jede und jeder etwas für ihren Schutz tun.“

Vier Wege, der Wildkatze nachhaltig zu helfen:

  • Katzenhalterinnen und -halter sollten ihre Freigänger konsequent kastrieren lassen. Dies stellt einen wichtigen Beitrag dar, um Paarungen mit Wildkatzen zu vermeiden und das Leid der rund zwei Millionen Streunerkatzen in Deutschland einzudämmen.
  • Naturfreund*innen können bei Aktionen im Rahmen des Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“ mitmachen. Die BUND-Landesverbände bieten deutschlandweit öffentliche Pflanzfeste und Zaunabbau-Aktionen sowie Wanderungen an.
  • Ehrenamtlich aktive BUND-Mitglieder, die im Verbreitungsgebiet der Wildkatze leben, können ein kostenloses Infopaket bestellen und andere Menschen über das Vorkommen der Europäischen Wildkatze und die Bedeutung intakter Lebensräume aufklären.
  • Flächenbesitzende und –bewirtschaftende haben eine Schlüsselrolle im Schutz der Wildkatze, indem sie ihre Flächen wildkatzengerecht gestalten und gleichzeitig in klimarobuste und artenreiche Lebensräume umwandeln. Bei Fragen gibt der BUND gern praktische Tipps.

Darüber hinaus gibt es in diesem Jahr in Thüringen noch drei besondere Möglichkeiten:

  • Familien erwartet am 10. August ein buntes Wildkatzen-Fest im BUND-Wildkatzendorf Hütscheroda. Das Familienfest bietet Spiele, Bastelangebote, Wanderungen und Informationen rund um das heimliche Waldtier.
  • Der BUND Thüringen lädt zu einem Freiwilligeneinsatz am 18. Oktober in Wiesenfeld im Eichsfeld ein. Knotengitterzäune werden zum Schutz junger Bäume verwendet, damit sie nicht von Rehen, Hirschen oder Hasen verbissen werden. Sinken diese Zäune jedoch um oder gehen kaputt, verbleiben sie oft als tödliche Falle für die Wildkatze im Wald. Gemeinsam sollen 1.000 Meter dieses Zauns abgebaut und aus dem Wald entfernt werden, um diesen für Wildkatze & Co. wieder gefahrlos passierbar zu machen.
  • Bei einem Pflanzfest am 25. Oktober in Unterkatz bei Wasungen können Freiwillige helfen, einen Wald für die Wildkatzen zu pflanzen. Da das aktuelle Fichtensterben oft kahle deckungslose Flächen hinterlässt, die weder der Wildkatze noch anderen Waldtieren einen guten Lebensraum bieten, soll hier mit ihrer Hilfe ein arten- und strukturreicher Wald entstehen, in dem sich die Tiere wieder heimisch fühlen.

„Ohne die Unterstützung Freiwilliger und der Menschen vor Ort könnten wir unsere Schutzmaßnahmen für die Wildkatze nicht umsetzen. Auf diese Weise schaffen wir sichere Wildkatzenverstecke und Wurfplätze. Die breite Unterstützung durch unsere engagierten Verbündeten vor Ort und die vielen Freiwilligen sind für den Erhalt der Wildkatze unverzichtbar“, betont Mölich. „Wer sich für die Wildkatze engagiert, trägt damit auch zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Gestaltung von gesunden klimarobusten Ökosystemen bei.“

Hintergrund:
Das sechsjährige Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Das Projekt setzen der BUND-Bundesverband, die BUNDjugend und die BUND-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen um.

Die Europäische Wildkatze ist nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt und gilt laut Roter Liste der gefährdeten Arten Deutschlands bundesweit als „gefährdet“. Unsere Hauskatzen stammen nicht von der Wildkatze ab, sondern von der Afrikanischen Falbkatze. Hauskatzen wurden von den Römern nach Mitteleuropa gebracht. Hybride aus Haus- und Wildkatze weisen veränderte genetische Merkmale auf. Die ursprünglich sehr guten Anpassungen an den Lebensraum können bei Wildkatzen-Hauskatzenhybriden verloren gehen. Bisher tritt Hybridisierung vor allem in Baden-Württemberg auf, aber auch in anderen Teilen Deutschlands werden Hybridkatzen genetisch vereinzelt nachgewiesen. Sie sind optisch meistens nicht als solche zu erkennen und können gleichermaßen wie Haus- oder Wildkatzen aussehen. Klarheit liefert nur ein Gentest.

 

Mehr Informationen:

 

Kontakt:
Thomas Mölich, Leitung „Wildkatzenwälder von morgen“ beim BUND Thüringen, Tel.: +49 36254 649150, t.moelich(at)bund-thueringen.de

 

Pressekontakt:
Anne Werner | Kerstin Neumann, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 361 5550314; Mobil: 0176 13338564 oder 0176 13338510, www.bund-thueringen.de

 

        

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Das Rückzugsgebiete der Europäischen Wildkatze liegen voneinander isoliert in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft. Deshalb setzten wir uns mit zahlreichen Projekten für die Wiedervernetzung und den Schutz der Wälder ein.

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