Eisenach. Gegen den Raubbau von Bodenschätzen in Thüringen protestiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Thüringen.
Bei Dorndorf/Steudnitz im Saaletal sollen 500 000 t Kalkstein jährlich gebrochen und im nahegelegenen Zementwerk verarbeitet werden. Dies entspreche einer Fläche von fast 10 ha und sei nur einer von vielen Steinbruchaufschlüssen in der Region. Wie der BUND in einer Presseerklärung mitteilt, werde sich die Landschaft im Saaletal entscheidend verändern, wenn ein ganzer Bergrücken abgebaggert wird. Außerdem warnt der Umweltverband vor der drohenden Staubentwicklung. "Sprengungen und Transportarbeiten werden zu einer drastischen Verschlechterung der lufthygienischen Werte führen", konstatiert Dieter Holzapfel vom BUND in Jena.
Betroffen seien aber nicht nur die hier wohnenden Menschen, sondern auch Flora und Fauna im Landschaftsschutzgebiet Mittleres Saaletal und im Tautenburger Forst. Der BUND befürchtet, daß Buchen absterben und seltene Pflanzenarten unwiederbringlich verschwinden.
"Den Betreibern des Kalksteinbruches werden keine Grenzen gesetzt" kritisiert Gudrun Flachmann, Mitarbeiterin des BUND. "Ursache für die katastrophalen Einschnitte in die Thüringer Landschaft ist das noch geltende DDR-Bergrecht, das im Einigungsvertrag festgeschrieben ist." Interessen und Belange des Umwelt-und Naturschutzes und der betroffenen Gemeinden würden einfach unter den Tisch fallen.
Holzapfel zu dem Steinbruch in Dorndorf: " Es geht nicht an, daß einer Industrialisierung mit nicht absehbaren ökologischen Folgen dauerhafte Lebensqualität geopfert wird, und daß den hier lebenden Bürgern nichts anderes bleibt als durchwühlte Landschaft, Lärm und Dreck, an dem andere verdienen."
Der BUND kritisiert die vorgesehene Rekultivierung als bloße Makulatur. Anträge zur Nachnutzung des Bruches in Dorndorf/Steudnitz als Industriefläche seien von den Betreibern bereits gestellt worden. Der BUND fordert eine drastische Reduzierung des Abbauvolumens im Saaletal.


