Landesverband Thüringen e.V.
Mitglied werden Jetzt spenden
Landesverband Thüringen e.V.

Zentralisierung im thüringischen Schlachtgewerbe? Der BUND Thüringen warnt vor den Auswirkungen der EG-Frischfleischrichtlinie

12. Mai 1993 | Massentierhaltung

Eisenach. "Einschneidende Veränderungen zugunsten der Großschlachtunternehmen in Thüringen" befürchtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Thüringen e.V. (BUND Thüringen). Viele kleine Schlachtbetriebe wer-den schließen müssen, da sie die verschärften Hygieneanforderungen der EG-Frischfleischrichtlinie nicht erfüllen können und die Investitionen für eine Sanierung für sie nicht tragbar sind.

Der BUND Thüringen fordert den Landwirtschaftsminister auf, eine Bundesratsinitiative zu lancieren, mit dem Ziel, die Frischfleischrichtlinie zu Gunsten kleiner Schlachthöfe zu korrigieren. Wenn dies nicht durchsetzbar ist, solle die Bundes-regierung unter Berufung auf das Subsidiaritätsprinzip der Maastricher Verträge die Einmischung der EG in nationales Fleischhygienerecht zurückweisen.

"In der Begründung der EG-Frischfleischrichtlinie", so Gudrun Flachmann, Mitarbeiterin des BUND Thüringen, "geht es nicht etwa um die Verbesserung der Hygiene im Interesse der Verbraucher, sondern ausdrücklich um die Rationalisierung des Schlachtviehsektors." Folgeerscheinung werde eine räumliche Konzentration und gleichzeitig eine Konzentration auf wenige Großschlachtunter-nehmen sein. Dies führe zu längeren Transportwegen, zu einer Erschwerung der qualitäts- und herkunftsbezogenen Erzeugung und verschlechtere die Marktposition der Landwirte. Außerdem, so der BUND Thüringen weiter, würden durch diese Entwicklung Arbeitsplätze abgebaut und soziale Strukturen zerstört. 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb