Landesverband Thüringen e.V.

Biologische Vielfalt und Klimawandel sind Herausforderungen für neuen Bundestag

28. September 2017 | Bundestagswahl, Naturschutz, Klimawandel

BUND Thüringen fordert ambitioniertere Maßnahmen auf Bundesebene

Erfurt. Obwohl die Sicherung der biologischen Vielfalt und der Klimawandel die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind, haben diese Themen im letzten deutschen Bundestag nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Deshalb fordert der BUND Thüringen die neu gewählten Abgeordneten auf, Klimaschutz, das Ende der Massentierhaltung und die Bewahrung der Artenvielfalt auf die Agenda für die nächste Legislaturperiode zu setzen. Aus Sicht des BUND handelt es sich um mehrheitsfähige Zukunftsthemen, die die nächste Regierung prioritär angehen muss.

„Der neue Bundestag wird wichtige Weichen für Umwelt- und Naturschutz stellen“, erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Deshalb fordern wir, dass die Themen Klimaschutz, Bewahrung der Artenvielfalt, ein Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat sowie die Abschaffung der Massentierhaltung bereits Bestandteil der Koalitionsverhandlungen werden.“
 
Die Zeit drängt, denn Naturkatastrophen wie in Mexiko oder im Südosten der USA zeigen, dass der Klimawandel mehr als real ist. „In den ersten hundert Tagen muss die neue Regierung ein Klimaschutzsofortprogramm starten, um das Klimaziel 2020 noch zu erreichen und die richtigen Weichen für 2030 zu stellen“, fordert Hoffmann.
 
„Weichen für die Zukunft muss der neue Bundestag auch im Bereich Landwirtschaft stellen. Skandale in Vorzeigebetrieben wie in Bad Langensalza und Urleben beweisen, dass unsere aktuelle Tierhaltungsstrategie nicht zukunftsfähig ist und einer dringenden Überarbeitung bedarf. Der Stall muss an die Tiere  angepasst  werden,  statt  die  Tiere  dem  Stall  anzupassen“, fordert Hoffmann.

Wenig zukunftsfähig ist aus Sicht des BUND auch der flächendeckende Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat. Hoffmann: „In Deutschland geht beispielsweise das Vorkommen von Bienen, die seit jeher als Bestäuber eine lebenswichtige Funktion für unsere Ernährung haben, drastisch zurück. Dieser für den Menschen wie für die Ökosysteme gefährliche Trend muss sofort gestoppt werden. Auch das ist für uns Aufgabe des neuen Bundestages.“

Eine der wichtigsten Herausforderung ist aus Sicht des Verbandes jedoch die Verabschiedung verbindlicher Arbeitspläne und rechtlicher Regelungen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen. Hoffmann: „Nur mit einem ‚Bundesnetzplan Biotopverbund‘ lässt sich ein  bundesweites  Instrument schaffen,  um  Lebensräume  wieder  miteinander zu vernetzen. Unabhängig von der finalen Regierungskoalition fordern wir alle Parteien im deutschen Bundestag auf, diese großen Themen des 21. Jahrhunderts nicht aus den Augen zu verlieren.“

Pressekontakt:
Stefanie Haupt,  BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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