BUND begrüßt Entscheidung des Erfurter Stadtrates bezüglich des Heizkraftwerkes Ost

26. Mai 1997 | Energiewende, Klimawandel, Ressourcenschutz

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Thüringen, begrüßt die Entscheidung des Erfurter Stadtrates, das Heizkraftwerk Ost zukünftig als Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit Erdgas zu betreiben.

"Besonders aus klimaschutzpolitischen Gründen war dies sehr weise", so Michael Spielmann, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. Aufgrund der geringeren Schadstoffemissionen und der niedrigeren Investitionskosten sowie der Tatsache, daß in dieser gasbetriebenen Anlage gleichzeitig Strom erzeugt werde, habe Erdgas sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile gegenüber der Braunkohleverbrennung.

Zwar habe der BUND durchaus Verständnis für das Argument der Ostthüringer Braunkohlekumpel, durch die Entscheidung der Stadt Erfurt würden Arbeitsplätze abgebaut. Es sei jedoch aus umweltpolitischen und wirtschaftlichen Gründen notwendig, die überkommene Braunkohle-Energiewirtschaft durch dezentrale Strukturen sozial verträglich abzulösen. Langfristig betrachtet böten dezentrale Strukturen wie beispielsweise die regenerative Energieerzeugung mehr Arbeitsplätze als die bisherige Energiewirtschaft.

Der BUND Thüringen hofft nun, daß die Stadt trotz allen politischen Drucks, insbesondere von der Landesregierung des Freistaates Thüringen, bei ihrer Entscheidung bleibt. Der Erfurter Stadtrat könne jederzeit mit der politischen Unterstützung durch den BUND rechnen. Ministerpräsident Vogel und Wirtschaftsminister Schuster als "offensichtliche Braunkohlenlobbyisten".

Der BUND warnt auch vor Bestrebungen, die Erdgasfeuerung mit der Verbrennung von Hausmüll zu kombinieren, denn "dann wären alle Vorteile gegenüber der Braunkohle dahin", so Spielmann abschließend. 

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